
Hat Jens Spahn die Krankenkassen ausgenommen?
n-tv
Die deutschen Krankenkassen sind chronisch pleite. Gleichzeitig zahlen die Versicherten einen Rekordbeitrag ein: Der Zusatzbeitrag ist so hoch wie nie. Oft wird den hohen Vorstandsgehältern die Schuld dafür gegeben. Ein Blick in die Zahlen zeigt: Die Geldfresser liegen ganz woanders.
Die deutschen Krankenkassen sind chronisch pleite. Gleichzeitig zahlen die Versicherten einen Rekordbeitrag ein: Der Zusatzbeitrag ist so hoch wie nie. Oft wird den hohen Vorstandsgehältern die Schuld dafür gegeben. Ein Blick in die Zahlen zeigt: Die Geldfresser liegen ganz woanders.
"Ich glaube nicht, dass wir 2026 noch mal den Krankenkassenbeitrag erhöhen müssen." Das hat Karl Lauterbach im Oktober 2024 der "Bild"-Zeitung gesagt, als er noch Bundesgesundheitsminister war. Die Prognose war falsch: Zum Jahreswechsel hat fast jede zweite gesetzliche Krankenkasse in Deutschland die Beiträge erhöht, große Kassen wie die Techniker und die DAK-Gesundheit oder auch die AOK Sachsen-Anhalt und die HKK.
Das wollte die Bundesregierung eigentlich verhindern. Der Bundesrat hatte im Dezember das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken beschlossen. Damit sollten die Zusatzbeiträge stabil bleiben. Das Sparpaket reicht aber nicht aus, um Erhöhungen zu vermeiden, kritisiert der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV).
Die gesetzlichen Krankenkassen sind notorisch pleite. Die Rücklagen der Krankenkassen sind aufgezehrt, schreibt der Bundesrechnungshof: 2024 haben sie ein Minus von 6,6 Milliarden Euro eingefahren. Und in den nächsten Jahren wird's nicht besser: Die Beratungsfirma Deloitte rechnet im Jahr 2030 mit einem Finanzloch von knapp 90 Milliarden Euro, das bis 2050 auf über 300 Milliarden Euro gewachsen sein könnte.
Warum es so schlecht um die Finanzen steht? GKV-Chef Oliver Blatt hat im Deutschlandfunk eine Erklärung dafür: Die letzte schwarz-rote Große Koalition mit Gesundheitsminister Jens Spahn habe "in die Rücklagen der Krankenkassen gegriffen" - das räche sich jetzt. "Gesetzliche Krankenkassen müssen gesetzlich verpflichtet Rücklagen vorhalten, damit sie liquide sind. Das sind 20 Prozent einer Monatsausgabe; in der Regel mehrere Milliarden Euro. Diese wurden per Gesetz in den letzten Jahren abgeschmolzen und waren so weit aufgebraucht, dass wir sie jetzt unbedingt auffüllen müssen", erläutert Blatt. Geld, das den Kassen für die Versorgung fehle.













