
Französischer Diplomat taucht in Epstein-Akten auf
n-tv
Der Sexualstraftäter Epstein war bis in die höchsten Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzt. Neue Vorwürfe tauchen auch gegen einen französischen Diplomaten auf. Er geriet bereits wegen Pädopornographie ins Visier der US-Justiz.
Der Sexualstraftäter Epstein war bis in die höchsten Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzt. Neue Vorwürfe tauchen auch gegen einen französischen Diplomaten auf. Er geriet bereits wegen Pädopornographie ins Visier der US-Justiz.
Nach Bekanntwerden von Dokumenten aus den Epstein-Akten, in denen der Name eines französischen Diplomaten erwähnt ist, hat das Außenministerium in Paris die Justiz eingeschaltet. "Als ich davon erfahren habe, war ich entsetzt", sagte Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender RTL. Der betroffene Diplomat Fabrice Aidan war bereits 2013 auf einem Posten bei den Vereinten Nationen in New York wegen des Aufrufens pädopornographischer Websites ins Visier der US-Justiz geraten, wurde aber nie formell angeklagt oder bestraft.
Aidan war anschließend vom französischen Außenministerium freigestellt worden und arbeitete zuletzt beim Energiekonzern Engie. Dieser suspendierte ihn nach Bekanntwerden der Dokumente in den Epstein-Akten. Barrot versicherte, erst am Dienstag von den Vorwürfen gegen Aidan erfahren zu haben. Es handle sich um "besonders schwerwiegende" Anschuldigungen, die ihn "persönlich empörten", erklärte der Minister.
In den Epstein-Akten findet sich insbesondere eine E-Mail, in der US-Milliardär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein einen Link zu einem Artikel kommentarlos an den französischen Diplomaten weiterleitet. Der Artikel beschreibt den Fall eines ungenannten französischen Diplomaten in New York, der wegen seiner Nutzung pädopornographischer Websites ins Visier der US-Polizei geraten war. Epstein schien den Diplomaten umgehend identifiziert zu haben.
Nach Recherchen des Investigativmagazins "Mediapart" hatte Aidan engen Kontakt zu Epstein gepflegt, leitete ihm vertrauliche Dokumente weiter und ließ sich um Gefälligkeiten bitten. So bat ihn Epstein etwa um die Schuhgröße des norwegischen Diplomaten Terje Röd-Larsen, für den Aidan arbeitete, um diesem ein Paar teure Schuhe mit dessen Initialen zu schenken. Die norwegische Justiz ermittelt derzeit gegen Röd-Larsen wegen des Verdachts schwerer Korruption.













