
Feindbilder kann Söder wie kein Zweiter in der Union
n-tv
Die Rede von Markus Söder ist der gefühlte Höhepunkt des Parteitags. Dabei wiederholt der CSU-Chef vor allem Gags vom letzten Aschermittwoch. Nachdenklich, zurückhaltend? Das ist vorbei.
Die Rede von Markus Söder ist der gefühlte Höhepunkt des Parteitags. Dabei wiederholt der CSU-Chef vor allem Gags vom letzten Aschermittwoch. Nachdenklich, zurückhaltend? Das ist vorbei.
Schon eine ganze Weile kokettiert Markus Söder damit, wie seriös er geworden sei. Journalisten hätten ihm empfohlen, er solle "noch nachdenklicher, zurückhaltender, ein bisschen demütiger sein", sagte der CSU-Vorsitzende gerade erst beim politischen Aschermittwoch. Und, ein paar Sätze später, über sein Verhältnis zu Friedrich Merz: "Ich bin sowieso wahrscheinlich der brävste CSU-Vorsitzende aller Zeiten - ein zugegebenermaßen großes, aber im Verhältnis dann doch: Schmusekätzchen."
So tritt Söder dann auch beim CDU-Parteitag in Stuttgart auf, zum Abschluss, gewissermaßen als Höhepunkt. Ein Schmusekätzchen ist er in der Tat, wenn es um das Verhältnis von CDU und CSU geht. Richtung Merz sagt er: "Du kannst dich auf uns verlassen, wir unterstützen dich als Kanzler, gerne auch länger, wenn du willst." Für Söders Verhältnisse ist eine solche Solidaritätsadresse geradezu spektakulär, schließt sie doch den eigenen Verzicht auf eine Kanzlerkandidatur ein.
Nach außen aber teilt Söder kräftig aus. Staatsmännisch? Nicht wirklich. Über weite Strecken gleicht sein knapp 50-minütiger Auftritt der Rede, die er am vergangenen Mittwoch in Passau gehalten hat. In den USA spricht man von einer "Stump Speech" - der Standard-Rede, die Wahlkämpfer landauf, landab halten.
Damit holt Söder sich zuverlässig den Applaus der Delegierten. Über die Koalition aus SPD, Grünen und FDP in Rheinland-Pfalz sagt er: "Dieser ganze Ampel-Quatsch, der muss jetzt endlich mal beendet werden." Über Baden-Württemberg, wo schon in zwei Wochen gewählt wird, sagt er: "Die normale Ordnung der Dinge in Baden-Württemberg ist, dass Schwarz einfach vor Grün geht."













