
Führerschein: weniger Anmeldungen in Thüringer Städten
n-tv
Weniger Fragen in der Theorieprüfung, mehr Unterricht per Fahrsimulator - der Führerschein soll bald deutlich günstiger werden. Viele angehende Fahrschüler zögern nun.
Weniger Fragen in der Theorieprüfung, mehr Unterricht per Fahrsimulator - der Führerschein soll bald deutlich günstiger werden. Viele angehende Fahrschüler zögern nun.
Erfurt (dpa/th) - Nach der Ankündigung von Reformplänen des Bundesverkehrsministeriums bei der Führerscheinausbildung warten offensichtlich viele Thüringer mit der Fahrschule ab. Der Fahrlehrerverband verzeichnet im Freistaat einen Rückgang bei den Anmeldezahlen. Allerdings falle dieser regional sehr unterschiedlich aus, sagte der Vorsitzende Harry Bittner der Deutschen Presse-Agentur.
Es gebe insbesondere in Städten wie Erfurt Berichte über einen Rückgang von 80 Prozent. In Eisenach und Gotha etwa seien die Anmeldezahlen um 40 bis 50 Prozent eingebrochen, sagte Bittner. Hingegen seien in ländlichen Gegenden wie dem Saale-Orla-Kreis, dem Saale-Holzland-Kreis oder dem Altenburger Land die Zahlen stabil. Auf dem Land sei der Führerschein besonders wichtig.
Ein Grund für die Entwicklung wird in dem Vorhaben von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gesehen, der den Führerschein mit neuen Vorgaben billiger machen möchte. Geplant sind Vereinfachungen und digitale Lösungen für die theoretischen und praktischen Teile. So soll die Möglichkeit geschaffen werden, verstärkt Simulatoren zu nutzen. Außerdem soll es weniger verpflichtende Sonderfahrten - wie auf Autobahnen - geben. Ob und wann diese Reformpläne umgesetzt werden, ist noch unklar.
Zu beobachten sei, dass sich insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund mit der Anmeldung zurückhielten. "Wahrscheinlich ist hier die Hoffnung auf eine Vereinfachung sehr groß", so Bittner. Fahrschulen reagierten auf rückläufige Anmeldungen etwa, indem sie Neuwagenbestellungen stornierten oder gar nicht erst vornähmen. Vereinzelt gingen zudem ältere Fahrlehrer früher in den Ruhestand, weil es nicht genügend Schüler gebe.













