
"Es geht um unsere Geschichte": Ukrainische Archive im Krieg
n-tv
Bomben, Drohnen, gestohlene Dokumente: Archivare in der Ukraine kämpfen für den Erhalt des kulturellen Erbes des angegriffenen Landes. Dabei bekommen sie auch Unterstützung aus Nordhessen.
Bomben, Drohnen, gestohlene Dokumente: Archivare in der Ukraine kämpfen für den Erhalt des kulturellen Erbes des angegriffenen Landes. Dabei bekommen sie auch Unterstützung aus Nordhessen.
Bad Arolsen/Kiew (dpa/lhe) - "Wir leben und arbeiten unter unnormalen Bedingungen", sagt Anatolii Khromov. Der 40-Jährige ist Leiter des Staatlichen Archivdienstes der Ukraine mit Sitz in Kiew. "Inzwischen erscheinen sie uns normal, aber ich erinnere mich an Zeiten, da waren sie nicht normal." Der Ukrainer berichtet von den ständigen Bomben- und Drohnenangriffen auf sein Land, von dem bitterkalten Winter und den Stromausfällen. "Es ist sehr hart", sagt er.
In den Wirren des russischen Angriffskrieges gegen seine Heimat versucht Khromov gemeinsam mit seinem Team, die Sammlungen ukrainischer Archive zu schützen und zu erhalten. Dazu setzen sie vor allem auf die Digitalisierung der Bestände.
Unterstützt werden sie dabei im Rahmen einer Kooperation auch von den Arolsen Archives im nordhessischen Bad Arolsen. Das internationale Zentrum über NS-Verfolgung ist nach eigenen Angaben das weltweit größte Archiv zu Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus.
Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine seien 200.000 Archivordner von russischen Truppen zerstört oder gestohlen worden, berichtet Khromov bei einem Besuch der Arolsen Archives. Das sei Teil der russischen Kriegsführung. "Russland will unser kulturelles Erbe zerstören", sagt er. "Das sind Kriegsverbrechen."













