
Elizabeth Strouts Roman „Erzähl mir alles“ – Das Leben, das Menschen führen
Frankfurter Rundschau
Elizabeth Strouts Roman „Erzähl mir alles“
Elizabeth Strout, so kommt es jedenfalls der Leserin vor, legt immer alle Karten auf den Tisch. Sie lässt ihre (Erzähl-)Kunst erscheinen, als sei das, was sie da tut, nun wirklich keine große Kunst. Gern verwendet sie die Wendung, es „geschah Folgendes“. Oder flicht ein: „das haben wir bereits erwähnt“. Im Plauderton. In schlichter oder besser: anstrengungsloser Sprache. Strout scheint nur aufzuklauben, was einer gewissen Anzahl von Menschen geschieht. Oder was ihnen in der Vergangenheit geschehen ist, so dass es von jemandem erzählt werden muss. Der es entweder erlebt hat, oder es wiederum von jemand anderem erzählt bekommen hat. Es kann passieren, dass man zwischendurch vergisst, dass es sich um Romane handelt, um fiktive Figuren. Denn sie sind zwar lebensgroß – aber kein bisschen größer.













