
Die Höcke-Show scheitert, aber Voigt weiter in Gefahr
n-tv
Wie erwartet übersteht der thüringische Ministerpräsident Voigt das Misstrauensvotum der AfD. Das ist ein spannender Moment für das Bundesland. Doch so richtig spannend wird es erst demnächst.
Wie erwartet übersteht der thüringische Ministerpräsident Voigt das Misstrauensvotum der AfD. Das ist ein spannender Moment für das Bundesland. Doch so richtig spannend wird es erst demnächst.
Warum das Ganze? Das ist die Frage, die sich nun stellt. Vor dem Misstrauensvotum der AfD im Thüringer Landtag waren sich die meisten sicher: Chancen, Ministerpräsident Voigt aus dem Amt zu drängen, hatte AfD-Landeschef Björn Höcke kaum. Und so kam es dann auch. Nur 33 Abgeordnete stimmten für Höcke, 51 gegen ihn, bei einer Enthaltung. Anlass war die Aberkennung des Doktortitels Voigts durch die Technische Universität Chemnitz.
Interessant: Höcke bekam eine Stimme mehr als die AfD Sitze hat. Jemand aus den Reihen von CDU, SPD, BSW oder Linke muss also mitgestimmt haben. Wer, ist unbekannt. Das Votum war geheim. CDU, SPD und BSW bilden gemeinsam die Brombeer-Koalition - da ist es unwahrscheinlich, dass die Pro-Höcke-Stimme von dort kam. Das Gleiche gilt für die Linke. Es bleibt ein großes Fragezeichen.
Kurios: Höcke bekam 33 Stimmen hätte aber 45 gebraucht - Jahreszahlen, die Anfang und Ende der Nazizeit markieren. Eine seltsame Ironie, aber letztlich irrelevant.
Entscheidend ist eine andere Frage - die, was das Manöver sollte. Normalerweise werden konstruktive Misstrauensvoten angestrengt, wenn man Hoffnung auf Erfolg hat. Die gab es aber nicht. Dass das BSW unter der Führung der sehr konstruktiv-gemäßigten Katja Wolf ausschert, war nicht zu erwarten. Höcke wollte die Gelegenheit zur großen Bühne wohl nicht einfach so verstreichen lassen.













