
Bezos' "Blutbad" leitet den Untergang der "Washington Post" ein
n-tv
Die "Washington Post" ist eine der renommiertesten Zeitungen der Welt. Seit 2013 gehört sie Jeff Bezos. Während der zu Beginn noch von neuen goldenen Zeiten schwärmt, vergeht ihm in wirtschaftlich schwächeren Zeiten die Lust am Journalismus. Eine massive Kündigungswelle ist nur der logische nächste Schritt.
Die "Washington Post" ist eine der renommiertesten Zeitungen der Welt. Seit 2013 gehört sie Jeff Bezos. Während der zu Beginn noch von neuen goldenen Zeiten schwärmt, vergeht ihm in wirtschaftlich schwächeren Zeiten die Lust am Journalismus. Eine massive Kündigungswelle ist nur der logische nächste Schritt.
Am Mittwochmorgen erhielten Mitarbeiter der "Washington Post" eine E-Mail, die "einige wichtige Maßnahmen" ankündigte. Dass "wichtige Maßnahmen" in diesem Fall ein Euphemismus für Kündigungen ist, wusste wohl jeder im Gebäude. Was die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit jedoch überraschte, war laut einem Text der Ex-"Post"-Mitarbeiterin Ruth Marcus im "New Yorker" das Ausmaß der Kündigungen.
Etwa ein Drittel der Belegschaft trifft der Kahlschlag US-Medienberichten zufolge, darunter rund 300 Journalisten. Die Sportredaktion soll fast komplett aufgelöst, das Literaturressort geschlossen, die Auslandsberichterstattung stark reduziert und der tägliche Podcast "Post Reports" eingestellt werden. Der britische "Guardian" zitiert einen anonymen Mitarbeiter, der die Kündigungen "ein absolutes Blutbad" nennt.
Es ist nur der nächste Schritt in einer jahrelangen Entwicklung, die die "Post" unter Jeff Bezos durchgemacht hat. 2013 übernahm der Tech-Oligarch die Zeitung für 250 Millionen Dollar. Nach den vorangegangenen Jahren der Kürzungen und Einsparungen kündigte der Amazon-Mitgründer eine "neue goldene Ära für die Washington Post an", erinnert sich Marcus, die damals stellvertretende Chefredakteurin des Meinungsressorts war. Man könne die Zeitung nicht weiter verkleinern, sonst würde man in der Irrelevanz enden, soll Bezos damals gesagt haben.
Was folgte, waren ein paar gute Jahre. Besonders während der ersten Amtszeit von Donald Trump, in der die "Post" dem US-Präsidenten immer wieder Paroli bot, machte die Zeitung - und mit ihr Bezos - Profit. Doch in den vergangenen Jahren schrieb der Konzern immer wieder rote Zahlen, woraufhin der Amazon-Chef die Redaktion weiter und weiter verkleinerte. Parallel dazu suchte Bezos die Nähe zu Trump und ließ eine bereits fertige Wahlempfehlung für Kamala Harris streichen. Empfehlungen wie diese sind unter US-Medien üblich.













