
Bericht: Bundeswehr schafft Kamikaze-Drohnen an
n-tv
Die Bundeswehr plant schon länger die Beschaffung von Kampfdrohnen, jetzt macht das Verteidigungsministerium wohl ernst. Die unbemannten Flugkörper sollen vor allem die Nato-Ostflanke stärken.
Die Bundeswehr plant schon länger die Beschaffung von Kampfdrohnen, jetzt macht das Verteidigungsministerium wohl ernst. Die unbemannten Flugkörper sollen vor allem die Nato-Ostflanke stärken.
Das Bundesverteidigungsministerium will massiv in Kampfdrohnen investieren. Nach Informationen des "Spiegel" soll eine Bestellung im Wert von 536 Millionen Euro für "Loitering Munition" an die deutschen Startups Helsing und Stark Defence gehen. Der Begriff steht im Militärjargon für Kamikazedrohnen, also unbemannte Drohnen, die mit Sprengköpfen ausgestattet werden können. Bislang verfügt die Bundeswehr nur über Aufklärungsdrohnen.
Der "Spiegel" beruft sich in seinem Bericht auf zwei "25-Millionen-Euro-Vorlagen", die dem Bundestag zur Genehmigung vorliegen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags muss jede Ausgabe der Bundeswehr über 25 Millionen Euro genehmigen. In den Vorlagen ist von "Lenkwaffen, die zunächst ohne bestimmtes Ziel gestartet werden und über dem Zielgebiet kreisen", die Rede. Von einem Drohnenpiloten "bekommen sie dann ein Ziel zugewiesen". Die Drohnen sind den Vorlagen zufolge für die Panzerbrigade 45 vorgesehen, die bis 2027 in Litauen stationiert werden soll. Damit soll die Ostflanke der Nato gestärkt werden.
Stark Defence liefert demnach die Virtus-Drohne, die senkrecht startet und somit keine Abschussrampe braucht. Die Virtus kann mehr als 100 Kilometer weit fliegen und mehr als eine Stunde in der Luft sein, sagte Josef Kranawetvogl, Vizepräsident von Stark Defence Ende Dezember. Das System fliege über dem Einsatzgebiet und erkenne Ziele. "Es ist bestimmt für die Bekämpfung von feindlichen Kampfpanzern, von Flugabwehrraketenstellungen, von Radarstellungen", sagte er. Nach Angaben von Stark Defence wurden bei einem Test mehr als 800 mm Panzerstahl durchdrungen.
Helsing liefert die Kampfdrohne HX-2. Die Drohne wurde bereits in der Ukraine getestet und wird von einem Katapult aus gestartet. Das Startup setzt verstärkt auf KI-Unterstützung. So sei die HX-2 "immun" gegen elektronische Drohnenabwehr und könne ein Ziel trotz feindlicher Störung weiterverfolgen. Durch KI könnten die rund 12 Kilo schweren Flugkörper auch im Schwarm koordiniert werden.













