
Barmann aus Crans-Montana: "Verhalten meiner Chefs ist widerlich"
n-tv
Der 28-jährige Barkeeper Gaëtan überlebt die tödliche Feuerkatastrophe bei einer Silvesterparty in Crans-Montana. In einem Interview spricht er über verdorbene Lebensmittel, zu junge Besucher und fehlende Sicherheitsanweisungen durch seine Chefs in "La Constellation".
Der 28-jährige Barkeeper Gaëtan überlebt die tödliche Feuerkatastrophe bei einer Silvesterparty in Crans-Montana. In einem Interview spricht er über verdorbene Lebensmittel, zu junge Besucher und fehlende Sicherheitsanweisungen durch seine Chefs in "La Constellation".
Nach der tödlichen Feuerkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana hat ein Barkeeper des "La Constellation" darüber gesprochen, wie er die Silvesternacht und die Wochen zuvor erlebt hat. Der 28-jährige Gaëtan wurde bei dem Unglück selbst schwer verletzt. Zwei Wochen verbrachte er in der Klinik, acht Tage lag er im Koma. Mittlerweile konnte er zu seinen Eltern nach Südfrankreich zurückkehren. Er habe sich entschlossen, mit dem Schweizer Fernsehsender RTS zu sprechen, macht er deutlich, um die Verantwortung seiner Arbeitgeber für die Katastrophe zu unterstreichen.
"Ich habe nicht die fachlichen Kompetenzen, um ihnen irgendetwas in Bezug auf den Ausbruch des Feuers, auf die Ursachen oder das Warum und das Wie vorzuwerfen", sagte Gaëtan. "Aber wenn ich sehe, wie sie versuchen, sich nach und nach aus der Verantwortung zu ziehen, fange ich an, ihnen immer mehr Vorwürfe zu machen. Ich finde es absurd, dass sie die Schuld ihren Mitarbeitenden zuschieben."
Das französische Betreiberpaar Jacques und Jessica Moretti hatte in Verhören zugegeben, dass ein Notausgang, über den die Betreiber als "Servicetür" sprachen, verschlossen war. Den Behörden zufolge versuchten mehrere Besucher in der Silvesternacht, dem Feuer über diese Tür zu entkommen. Eine Kellnerin wurde tot hinter der Tür gefunden. Die Barbetreiber machten schließlich einen Angestellten dafür verantwortlich, dass der Notausgang zur Falle wurde. Der Mann soll die Tür am Silvesterabend verschlossen haben.
Der angesprochene Mitarbeiter hatte diese Behauptung bereits zurückgewiesen. "Ich hätte unmöglich eine Tür schließen können, die schon geschlossen war. Die Überwachungskameras bestätigen das", erklärte er dem Sender BFM TV. Verschiedene ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bar berichteten in Interviews ebenfalls davon, dass der Notausgang stets geschlossen gewesen sein soll.













