
Ausbau der Bio-Landwirtschaft stagniert in MV
n-tv
20 Prozent Öko-Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche in MV war das Ziel der Landesregierung bis 2026. Ist das noch zu schaffen?
20 Prozent Öko-Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche in MV war das Ziel der Landesregierung bis 2026. Ist das noch zu schaffen?
Schwerin (dpa/mv) - Die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft stagniert in Mecklenburg-Vorpommern, obwohl die Nachfrage weiter zugenommen hat. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland um zehn Prozent gewachsen, sagte der Agrarexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in MV, Burkhard Roloff. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche blieb in MV hingegen bei rund 16 Prozent, wie aus Angaben des Schweriner Landwirtschaftsministeriums hervorgeht.
"Die Ziele für das Wachstum der ökologisch bewirtschafteten Fläche werden wir nicht erreichen", so Roloff. In Mecklenburg-Vorpommern hatten SPD und Linke in ihrem Koalitionsvertrag 2021 vereinbart, dass der Öko-Anbau bis 2026 auf mindestens 20 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche steigen soll.
Einen Grund für die lahmende Umstellung auf Bioanbau sieht Agrarexperte Roloff in der Konkurrenz von Pacht-Interessen. Öko-Betriebe, bei denen es gut laufe und die erweitern wollten, kämen kaum an Flächen heran, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Man kann mehr Geld mit Solar, Windkraft oder Energiepflanzen wie Mais und Raps verdienen", so Roloff. "Flächen werden bevorzugt an solche Leute verpachtet."
Weiter beobachtet Roloff, dass konventionelle Landwirte zögerten, auf Öko umzustellen. An mangelndem Absatz könne es nicht liegen, so der BUND-Agrarexperte. Zuwächse gebe es vor allem bei den Discountern. Diese schlössen oft mehrjährige Verträge mit Anbietern. "Wir müssen aufpassen, dass die Rohstoffe nicht künftig aus dem Ausland kommen, weil aus Deutschland nicht genug geliefert wird", sagte er.













