Auf einmal stand der Schrecken des Ukraine-Krieges 20 Zentimeter vor mir
Die Welt
Die Winterspiele hatten weit mehr zu bieten als den Kampf um die Medaillen. Auch die WELT-Reporter vor Ort erlebten in über zwei Wochen emotionale Höhepunkte. Hier erinnern sie sich – an den Kloß im Hals beim Gespräch mit einer Ukrainerin und die Stille nach Lindsey Vonns Sturz.
Die Winterspiele hatten weit mehr zu bieten als den Kampf um die Medaillen. Auch die WELT-Reporter vor Ort erlebten in über zwei Wochen emotionale Höhepunkte. Hier erinnern sie sich – an den Kloß im Hals beim Gespräch mit einer Ukrainerin und die Stille nach Lindsey Vonns Sturz. Der Kampf um Gold, Silber und Bronze war das dominierende Thema der olympischen Wettbewerbe in Italien. Doch die Winterspiele in Italien hatten weit mehr zu bieten. Vier WELT-Reporter erinnern sich an bewegende Momente. Das bestimmende Thema am Eiskanal von Cortina d’Ampezzo waren über mehrere Tage nicht Hundertstelsekunden-Entscheidungen, Siegerehrungen und Medaillen, sondern ein Helm. Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskjewitsch erinnerte mit diesem an ukrainische Athleten, die im russischen Angriffskrieg ums Leben gekommen waren. Auch Olena Smaha kannte viele der Getöten persönlich, mit einem war sie seit der Kindheit befreundet. Ich sprach mit ihr darüber im Zielbereich der Bahn. Sie fing an zu reden, auf Ukrainisch. Obwohl ich kein Wort verstand und auf das Übersetzungsprogramm der Aufnahme vertraute, wusste ich genau, worüber sie redet. Immer wieder stockte ihre Stimme, sie entschuldigte sich dafür. Dann brach die 26-Jährige in Tränen aus. Auf einmal stand der Schrecken des Krieges, der im Laufe der vergangenen Jahre immer abstrakter wurde, 20 Zentimeter vor mir. Der Kloß in meinem Hals wurde immer dicker.













