Die gähnende Littler-Langeweile wird zur großen Gefahr
Die Welt
Luke Littler gewinnt bei den UK Open ein großes Turnier – schon wieder. Der 19-Jährige kann sich kaum noch über seine Siege freuen, so dominant tritt er auf. Es erinnert an die Situation des FC Bayern. Für den Sport ist das schlecht.
Luke Littler gewinnt bei den UK Open ein großes Turnier – schon wieder. Der 19-Jährige kann sich kaum noch über seine Siege freuen, so dominant tritt er auf. Es erinnert an die Situation des FC Bayern. Für den Sport ist das schlecht. Wenn große Erfolge zur Normalität werden, schwindet mit jeder Wiederholung ein Stück weit die Emotion. Die obligatorische Meisterfeier des FC Bayern auf dem Marienplatz wirkt daher bisweilen wie die Wiederholung des immer gleichen Pflichtprogramms. Zweimal die Schale in die Höhe stemmen, ein Schluck aus einem überdimensionierten Weißbierglas – und fertig. Bei Spielern, die mehrere Jahre im Klub bleiben und eine Meisterschale nach der anderen entgegennehmen, tritt genauso wie bei Fans schlicht ein Abstumpfungseffekt ein. Ganz Ähnliches ist nun im Darts zu beobachten. Als Luke Littler am Sonntag seinen entscheidenden Pfeil zum Titelgewinn bei den UK Open in der Doppel-6 unterbrachte, reagierte er mit einem kurzen Zähnefletschen. Ein Lächeln beim Handschlag mit seinem unterlegenen Gegner James Wade. Kurzes Klatschen in Richtung des Publikums. Littler wirkte, als hätte er gerade die erste Runde eines dieser für ihn längst nebensächlichen Turniere in Sindelfingen, Riesa oder Göttingen gewonnen, und nicht eines der wichtigsten Events seines Sports. Große Freude sieht anders aus. Littler hat sich schlicht daran gewöhnt. Von den letzten neun Major-Turnieren hat der Engländer sieben gewonnen, allein die vergangen fünf in Serie. Die letzten beiden Weltmeisterschaften gingen an Littler. Es ist alles in allem ungefähr so, als würde der FC Bayern zwölfmal in Folge Deutscher Meister – nur um irgendwann einmal von Bayer Leverkusen im Dauersiegen gestoppt zu werden. Moment, da war ja was. Der Dartsport versinkt in der gähnenden Littler-Langeweile. Noch ein Beispiel: Der 19-Jährige führt die auf zwei Jahre berechnete Weltrangliste mit 2,96 Millionen Pfund Preisgeld an. Das ist mehr, als Platz zwei, drei und vier in diesem Zeitraum zusammen eingespielt haben.




