Die Schande von Verona
Die Welt
Anders als bei den jüngsten Olympischen Spielen hat das Internationale Paralympische Komitee beschlossen, russische und belarussische Athleten bei den Paralympics wieder unter ihren Flaggen starten zu lassen. Im Athletenlager rumort es.
Anders als bei den jüngsten Olympischen Spielen hat das Internationale Paralympische Komitee beschlossen, russische und belarussische Athleten bei den Paralympics wieder unter ihren Flaggen starten zu lassen. Im Athletenlager rumort es. Vor zwei Jahren durfte ich in Paris die Eröffnungsfeier der Paralympics hautnah miterleben. Was die Organisatoren auf der Place de la Concorde für eine Stimmung und unzählige Gänsehautmomente zauberten, bleibt für mich unvergesslich. In den anschließenden Interviews betonten alle Sportler, wie viel Motivation sie genau aus dieser Zeremonie für ihre Wettkämpfe gezogen hätten. Davon wird nach der Eröffnungsfeier in Verona keine Rede mehr sein. Und daran ist das Internationale Paralympische Komitee (IPC) schuld. Anders als bei den jüngsten Olympischen Winterspielen, hat das IPC beschlossen, dass russische und belarussische Athleten bei den Paralympics wieder unter ihren Flaggen starten und auch bei Siegen ihre Nationalhymnen gespielt werden. Heißt auch: An diesem Freitagabend (20.00 Uhr, ZDF) wird Russland bei der feierlichen Eröffnungszeremonie wieder offiziell auf die große Bühne des Weltsports zurückkehren. Eine Schande! Friedhelm Julius Beucher, der Ehrenpräsident des Deutschen Behindertensportverbandes, spricht zu Recht von einer „skandalösen“ IPC-Entscheidung. Trotz des immer noch brutalen und menschenverachtenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, trotz der weiterhin völkerrechtswidrigen Annexion der Krim, trotz immer noch lächerlicher Doping-Kontrollen in Russland – ist ausgerechnet das IPC das erste Komitee, das Russland quasi rehabilitiert. Und das mit dem Hinweis, dass man Sport und Politik ja trennen müsste. Ein lächerliches Argument.




