
"Auf dieses Szenario hat sich das Mullah-Regime seit 1979 vorbereitet"
n-tv
Nahost-Experte Thomas Volk hält die Angriffe gegen den Iran für richtig. Das Mullah-Regime habe über Jahrzehnte seine eigene Bevölkerung "gefoltert, getötet und öffentlich an Kränen gehenkt" und sei eine Gefahr für die Sicherheit der Region. "Aber wir sollten die Stabilität dieses Regimes nicht unterschätzen."
Der Nahost-Experte Thomas Volk hält die Angriffe der USA und Israels gegen den Iran für richtig. Das Mullah-Regime habe über Jahrzehnte seine eigene Bevölkerung "gefoltert, getötet und öffentlich an Kränen gehenkt" und sei eine Gefahr für die Sicherheit der Region. "Aber wir sollten die Stabilität dieses Regimes nicht unterschätzen."
ntv.de: Hat es Sie überrascht, dass Israel und die USA es so schnell geschafft haben, den Obersten Führer des Iran, Ajatollah Chamenei, zu töten, dazu noch weitere Führungsfiguren des Regimes?
Thomas Volk: Überrascht hat mich das nicht. Man hätte zwar davon ausgehen können, dass Chamenei und sein engster Zirkel sich irgendwo in Meter tiefen Bunkern verschanzen. Aber schon im Zwölf-Tage-Krieg im Juni 2025 haben die USA bunkerbrechende Bomben eingesetzt. Dass sie dieses Mal direkt auf Chamenei zielen würden, war klar. Und wie gut die Geheimdienstinformationen der Israelis sind, wissen wir spätestens seit den Pager-Angriffen, mit denen Israel im September 2024 fast die gesamte Führung der Hisbollah ausgeschaltet hat.
Lässt sich einschätzen, wie lange der Iran noch Vergeltungsschläge durchführen kann?
Das ist die große Frage. Im Zwölf-Tage-Krieg hat Israel schon nach einem Tag die Lufthoheit gewonnen. Damals sind wir davon ausgegangen, dass die Raketen-Abschussrampen in großem Ausmaß zerstört wurden. Insofern ist es eher überraschend, dass der Iran heute, am dritten Tag der Angriffe, es noch immer schafft, relativ massive Gegenschläge durchzuführen, sowohl gegen Israel als auch gegen US-Basen in der Region. Das Regime scheint sich vorbereitet zu haben. Es hat vermutlich eine dezentralere Angriffsstruktur geschaffen, weil es natürlich wusste, dass ein weiterer Angriff Israels und der USA erfolgen könnte. Man muss also davon ausgehen, dass die Iraner nicht nur für einige Tage, sondern für mehrere Wochen vorgesorgt haben.













