
Anti-Geldwäsche-Analyst soll für Clan gespitzelt haben
n-tv
Deutschland ist als Geldwäsche-Paradies verschrien. Unter anderem die Einheit FIU soll damit aufräumen und Verdachtsfälle prüfen. Einem Bericht zufolge spitzelt aber genau dort ein Mitarbeiter Daten aus, und gibt sie an einen berüchtigten Clan weiter.
Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt wegen Bestechlichkeit gegen einen Mitarbeiter - oder früheren Mitarbeiter - der Anti-Geldwäsche-Behörde Financial Intelligence Unit (FIU). Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Demnach ermittelt die Staatsanwaltschaft in dem Verfahren gegen einen weiteren Beschuldigten wegen möglicher Bestechung. Weitere Angaben machte der Sprecher nicht. Zuerst berichtete die "Bild am Sonntag" (BAMS) über den Fall.
Dem Bericht zufolge soll der Beschuldigte als FIU-Mitarbeiter monatelang vertrauliche Informationen der Behörde an einen kriminellen Clan weitergegeben haben. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft kommentierte das nicht. Die FIU gehört zum Zoll, der dem Bundesfinanzministerium untersteht.
Nach Recherchen der BAMS soll der Verdächtige in einer Spezialeinheit der Generalzolldirektion gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gearbeitet haben. Nach ihr vorliegenden E-Mails soll es bereits am 9. Mai 2023 eine Razzia in der Bundesbehörde in diesem Fall gegeben haben. Der Verdächtige sei dabei abgeführt worden. Er sei zu diesem Zeitpunkt etwa ein Jahr in der "Operativen Analyse" der FIU tätig gewesen, schreibt die Zeitung weiter.
