
Alles andere als öde: Wunderkammer Archiv
n-tv
Langweiliger Papierfriedhof? Von wegen. In Archiven verbergen sich berührende und mitunter auch unterhaltsame Zeitdokumente. Und längst geht es dabei nicht immer um jahrhundertealte Schriftstücke.
Langweiliger Papierfriedhof? Von wegen. In Archiven verbergen sich berührende und mitunter auch unterhaltsame Zeitdokumente. Und längst geht es dabei nicht immer um jahrhundertealte Schriftstücke.
Verstaubte Aktenberge, ellenlange Chronologien und ermüdende Auflistungen: In der Vorstellung vieler stellt sich Archivarbeit wohl eher wenig emotional und dröge dar. Dabei stecken echte Schicksale, Einblicke in Weltpolitik, unterhaltsame Anekdoten und auch mal Kuriositäten in den Magazinen und Depots der Tausenden von Einrichtungen in Deutschland. Das zeigt schon eine kleine Auswahl an besonderen Archivalien zum Tag der Archive an diesem Wochenende.
Korrespondenz zweier getrennter Schwestern
In einem berührenden, an ihre Schwester gerichteten Brief aus dem Jahr 1945 schildert Hilde Brumof ihre Erleichterung über das Ende des Zweiten Weltkriegs. Hilde (1902-1969), eine Tänzerin, Choreografin und Pädagogin, verließ wegen antisemitischer Anfeindungen 1932 Deutschland. Ihre Schwester, die Grafikerin und Lyrikerin Agnes Therese Brumof (1893-1987), überlebt die Zeit des Nationalsozialismus "unter abenteuerlichen Umständen" in Berlin, wie das Deutsche Tanzarchiv Köln schreibt, das den Nachlass Hilde Brumofs bewahrt. Mit Hunderten Briefen hielten die Schwestern dennoch intensiven Kontakt. Inzwischen wurde in Kassel, wo Hilde Brumof Ballettmeisterin war, ein Stolperstein für sie verlegt. Das mache ihr Schicksal sichtbar "als Teil einer Geschichte, die nicht ausgelöscht werden darf", so das Tanzarchiv.
Der Pass, mit dem René offiziell zu Rainer wurde













