
55-Jährige getötet - Lebenslang für Vermieter-Paar gefordert
n-tv
Mord durch Unterlassen? Im Prozess um den Tod einer Mieterin fordert die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe für ein Vermieter-Paar. Die Verteidiger halten einen Vorsatz für nicht belegt.
Mord durch Unterlassen? Im Prozess um den Tod einer Mieterin fordert die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe für ein Vermieter-Paar. Die Verteidiger halten einen Vorsatz für nicht belegt.
Gießen (dpa/lhe) - Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 55-Jährigen in Lauterbach hat der Staatsanwalt eine lebenslange Freiheitsstrafe für das angeklagte Vermieter-Paar gefordert. Außerdem solle das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen und die Haft beider Angeklagten fortgesetzt werden, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Gießen. "Bösartig und menschenverachtend ist das, was hier passiert ist", so der Oberstaatsanwalt. Im Fall einer Feststellung der besonderen Schwere der Schuld wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen.
Angeklagt sind die 45-jährige Frau und ihr 59-jähriger Lebensgefährte wegen Körperverletzung mit Todesfolge sowie gemeinschaftlichen Mordes durch Unterlassen. Die Vermieter sollen die 55-Jährige, die das Down-Syndrom hatte, unter einem Vorwand in ein Haus im Lauterbacher Ortsteil Wernges gelockt haben.
In dem Haus lebte im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Mietern - oft hilfsbedürftige, teils obdachlose Menschen, denen überteuerte Zimmer angeboten wurden. Häufig sei ihnen vorgeworfen worden, Dinge kaputtgemacht zu haben, sagte Hauburger. Dies soll Strafen nach sich gezogen haben. Immer wieder soll es zu Beleidigungen und Einschüchterungen gekommen sein. "Mich hätte nicht gewundert, wenn wir auf dem Grundstück noch weitere Leichen gefunden hätten", sagte der Oberstaatsanwalt.
Mit ihrem Einzug im November 2023 als Mieterin habe das "Martyrium" der 55-Jährigen begonnen, bis sie schließlich nach 68 Tagen gestorben sei, sagte Hauburger. So sollen die Angeklagten die Frau eingesperrt und ihre Tür mit Panzertape verklebt haben. Auch "menschenverachtenden Erniedrigungen" sowie körperlichen Übergriffen wie Schlägen gegen den Kopf soll sie ausgesetzt gewesen sein. Sie sei beleidigt, sediert und misshandelt worden, sagte Hauburger. Sogar ein Hund soll auf die Frau gehetzt worden sein, wodurch sie Bissverletzungen und Hämatome erlitten haben soll.













