
Ölpreis steigt auf mehr als 100 Dollar
Süddeutsche Zeitung
Seit Beginn des Iran-Krieges ist der Preis um etwa 50 Prozent gestiegen. US-Präsident Trump nennt das einen geringen Preis für Sicherheit und Frieden.
Der Ölpreis ist infolge des Iran-Krieges erstmals seit Jahren wieder auf mehr als 100 Dollar gestiegen. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel zeitweise um etwa 20 Prozent auf 111 Dollar je Barrel (159 Liter). Zuvor war zum Handelsbeginn in Chicago die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar gesprungen – ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte. Zeitweise stieg der Preis sogar auf 111 Dollar pro Barrel.
Iran blockiert Seewege, die für den weltweiten Öl- und Gashandel zentral sind. Kann das zu einem ähnlich großen Problem werden wie zu Beginn des Ukraine-Kriegs?
Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch mit über 90 Dollar gehandelt worden. Seit Beginn des Iran-Krieges vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich das Plus inzwischen auf etwa 50 Prozent: Ende Februar lag der Preis noch um die 70 Dollar pro Barrel. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen.
Die Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt. Seit den amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Durch diese wird in Friedenszeiten täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert. Sie ist auch sehr wichtig für den Transport von Flüssiggas, etwa aus Katar.
US-Präsident Donald Trump, für den steigende Spritpreise mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst zum Problem werden könnten, versuchte, den Fokus auf die langfristige Entwicklung zu lenken: „Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch Iran rapide sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. „Nur Idioten würden das anders sehen!“













