
Wie oft in Thüringen Doktortitel aberkannt werden
n-tv
Die TU Chemnitz hat Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) die Doktorwürde entzogen, der wehrt sich. Wie oft passiert so etwas - und was tun Universitäten in Thüringen gegen mögliche Schummeleien?
Die TU Chemnitz hat Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) die Doktorwürde entzogen, der wehrt sich. Wie oft passiert so etwas - und was tun Universitäten in Thüringen gegen mögliche Schummeleien?
Erfurt (dpa/th) - An Thüringer Universitäten werden fast nie Doktortitel wegen Plagiaten aberkannt. Lediglich die Universität Jena hat in den vergangenen 15 Jahren zwei Titel entzogen, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. An der Technischen Universität Ilmenau, der Universität Erfurt und der Bauhaus-Universität in Weimar sind hingegen keine Fälle bekannt.
In Jena seien die Hinweise auf mögliche Plagiate jeweils von Außen gekommen, hieß es weiter. Öffentlich diskutiert wurde demnach etwa der Fall des früheren Polizeidirektors von Meiningen, dessen Doktortitel im Jahr 2013 aberkannt worden war. In keiner der vier staatlichen Universitäten sind Fälle bekannt, in denen Doktorgrade wegen Plagiaten gar nicht erst verliehen wurden.
Seit im Jahr 2011 dem damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg der Doktortitel entzogen wurde, kommt es immer wieder zu Plagiatsvorwürfen gegen Politiker und andere öffentliche Personen. Oft kommen solche Hinweise von sogenannten Plagiatsjägern. Zuletzt hatte die Technische Universität Chemnitz Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) die Doktorwürde aberkannt. Er will dagegen gerichtlich vorgehen.
Aus den Universitäten im Freistaat heißt es, dass vor allem präventiv gegen Plagiate vorgegangen wird. Vor allem die Verteidigung der Doktorarbeit zeige, ob jemand in der Lage sei, seine Theorien und Methoden fachkundig zu vertreten, hieß es von der Uni Erfurt. In Jena oder Ilmenau weisen die Unis auch auf den mehrjährigen Betreuungsprozess, Kolloquien und Zwischengespräche hin.













