Warum das DHB‑Team Norwegen nicht unterschätzen sollte
ZDF
Nach WM-Silber 2019 ist im norwegischen Handball-Team die Euphorie verflogen. Und doch ist der nächste deutsche Gegner bei dieser EM gefährlich.
Zwei Mal war Norwegen Vize-Weltmeister, zuletzt 2019. Die Euphorie um Superstar Sagosen ist seitdem verflogen. Und doch ist der nächste deutsche Gegner bei dieser EM gefährlich. Sie hatten fast schon abgeschlossen mit der Europameisterschaft. Tief in der zweiten Halbzeit gegen Spanien lagen die norwegischen Handballer mit drei Toren zurück - da sie schon eine Niederlage gegen Frankreich (34:38) in die Hauptrunde mitgenommen hatten, hätte eine weitere Pleite alle Chancen auf das Halbfinale bei der 17. Handball-EM zunichte gemacht. Aber dann kam das Team von Trainer Jonas Wille doch noch einmal zurück und siegte nach dramatischem Finish gegen die Iberer mit 35:34. Die Freude darüber war groß, auch bei Rückraumstar Sander Sagosen, der zwischen 2020 und 2023 das Trikot des THW Kiel getragen hatte. Andererseits klang Sagosen danach, als glaube er nicht so recht an ein Weiterkommen: "Jetzt leben wir noch einen Tag", sagte der 30-Jährige mit einem Lächeln und verwies auf den kommenden schweren Gegner Deutschland (Samstag, ab 20:15 Uhr live im ZDF). Der Euphorie, die das norwegische Team mit WM-Silber 2017 und 2019 in der Heimat ausgelöst hatte, ist ohnehin Ernüchterung gewichen. Immerhin, bei der EM 2020 im eigenen Land hatte die Mannschaft, die seinerzeit noch von Christian Berge gecoacht wurde, mit Bronze noch die erste EM-Medaille überhaupt gewonnen. Aber die großen Zeiten scheinen vorbei. Das liegt auch an Sagosen, dem Fixstern des norwegischen Handballs, der nach seinem Wechsel zum THW Kiel nicht mehr an seine sagenhaften Auftritte wie bei der EM 2020, als er insgesamt 65 Treffer erzielte (Rekord), anknüpfen konnte. Auch die großen Pläne, mit seinem Wechsel nach Trondheim mit dem Champions League-Klub Kolstad eine Konjunktur im norwegischen Männer-Handball zu initiieren, zerschlugen sich.













