
UN-Chef rechnet schonungslos mit Klimapolitik ab
n-tv
Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher. Mit seinen anhaltend hohen Temperaturen könnte 2025 laut WHO das zweit- oder drittwärmste Jahr seit der industriellen Revolution werden. Die verheerende Zwischenbilanz nimmt UN-Chef Guterres zum Anlass für eine Standpauke an die Regierungschefs.
Zehn Jahre nach dem historischen Pariser Klimaabkommen hat UN-Chef António Guterres Staats- und Regierungschefs aus aller Welt ermahnt und radikale Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung gefordert. "Die bittere Wahrheit ist, dass wir es nicht geschafft haben unter 1,5 Grad zu bleiben", sagte der UN-Generalsekretär bei einem Gipfel in Belém am Rande des Amazonas-Regenwaldes. Vor dem offiziellen Start der 30. Weltklimakonferenz kommende Woche hat Brasilien zu dem Krisentreffen eingeladen.
Guterres verwies auf wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die im Pariser Klimaabkommen angestrebte 1,5-Grad-Grenze spätestens zu Beginn der 2030er Jahre befristet überschritten wird - mit fatalen Folgen. Jedes Zehntelgrad bedeute mehr Hunger, mehr Vertreibung und mehr Leid. Zurzeit sei der Kampf gegen die Klimakrise unzureichend, denn die Welt steuere auf eine Erwärmung von weit über zwei Grad zu und der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase steige weiter. "Das ist moralisches Versagen - und tödliche Fahrlässigkeit."
