
Trump könnte der EU ein neues Mitglied bescheren
n-tv
Island ist für viele Menschen in Europa Sehnsuchtsort, doch auch die Sehnsucht der Isländer nach dem herrlich berechenbaren Europa wächst. Bald soll eine Entscheidung fallen, ob das Land der Elfen und Geysire Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnimmt - die enorm profitieren würde.
Island ist für viele Menschen in Europa Sehnsuchtsort, doch auch die Sehnsucht der Isländer nach dem herrlich berechenbaren Europa wächst. Bald soll eine Entscheidung fallen, ob das Land der Elfen und Geysire Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnimmt - die enorm profitieren würde.
Durch das erratische Handeln des US-Präsidenten gewinnt die Europäische Union in den Augen vieler Staatenlenker an Attraktivität. Wer von den Drohungen und Zöllen Donald Trumps vor den Kopf gestoßen wird, schaut sich auf der internationalen Bühne nach verlässlichen Partnern um. Der Blick fällt dann auf die altehrwürdigen Institutionen in Brüssel. Nicht nur Kanada will die Beziehungen zur EU vertiefen. Sogar ein auf Neutralität bedachtes Land wie die Schweiz rückt durch ein neues Binnenmarkt-Abkommen näher an Brüssel heran. Und die neun Beitrittskandidaten, allen voran die kriegsgebeutelte Ukraine, setzen seit Jahren Reformen um, um endlich in die Staatengemeinschaft aufgenommen zu werden.
Jetzt meldet ein weiterer Staat Interesse an einer Mitgliedschaft an: Island. Wenn alles klappt, kann es schnell gehen. Die isländische Regierung plant ein Referendum über ein Mandat zur Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen am 29. August 2026. Wird dies positiv beschieden, soll eine zweite Abstimmung zum EU-Beitritt an sich folgen. Falls Reykjavik und Brüssel sich rasch auf Abkommen und Reformen einigen, könnte eine Aufnahme bereits 2028 erfolgen. Spätestens Anfang der 2030er Jahre wäre Island dann EU-Mitglied.
Dass sich immer mehr Menschen in Island für einen EU-Beitritt erwärmen können, liegt vor allem am deutlich abgekühlten Verhältnis zu den USA. Die ersten tieferen Risse bekam es, als Trumps Regierung einen Zoll von 15 Prozent auf alle isländischen Waren verhängte und die exportabhängige Wirtschaft des Inselstaats unter Druck setzte. Das Vertrauen sank rapide durch Trumps Drohung, die Nachbarinsel Grönland zu annektieren. Seitdem grassiert in Island die Angst, im Atlantik zwischen Großmächten zerrieben zu werden.
Island könnte in Trumps Visier rücken, da es am sogenannten GIUK Korridor liegt, einem strategisch wichtigen See und Luftraum zwischen Grönland, Island und Großbritannien (UK). Über diesen von der Nato streng bewachten Korridor könnten im Konfliktfall russische U-Boote in den Nordatlantik vorstoßen. Wollte Trump sich Island einverleiben, stünde der Inselstaat wehrlos da. Militärischen Schutz soll den Isländern neben der Nato-Mitgliedschaft ausgerechnet ein Verteidigungsabkommen mit Washington bieten. Eine eigene Armee haben sie nicht.













