
Studie: Fast 40 Prozent aller Krebsfälle sind vermeidbar
n-tv
Das Risiko für eine Krebserkrankung ist kein reines Schicksal. Das belegt eine neue Studie. Demnach wären von 18,7 Millionen Fällen weltweit mehr als 7 Millionen vermeidbar. Drei Faktoren spielen dabei eine besonders große Rolle.
Das Risiko für eine Krebserkrankung ist kein reines Schicksal. Das belegt eine neue Studie. Demnach wären von 18,7 Millionen Fällen weltweit mehr als 7 Millionen vermeidbar. Drei Faktoren spielen dabei eine besonders große Rolle.
Fast 40 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit gehen auf vermeidbare Ursachen zurück. Das ergibt eine aufwendige Analyse globaler Daten zu Krebsfällen und Risikofaktoren. Demnach waren Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen 2022 die häufigsten Ursachen. Bei Frauen sind global etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar, bei Männern sogar gut 45 Prozent. Insgesamt sind es rund 38 Prozent, wie eine Gruppe um Isabelle Soerjomataram von der Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon im Fachmagazin "Nature Medicine" berichtet.
"Dies ist die erste globale Analyse, die aufzeigt, wie hoch das Krebsrisiko durch vermeidbare Ursachen ist", sagt Co-Autor André Ilbawi, Leiter des Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Krebsbekämpfung. Neu im Vergleich zu ähnlichen Studien für einzelne Länder und Weltregionen ist zudem die Aufnahme von Infektionen als Krebsursache. Am bekanntesten sind hier Gebärmutterhalskrebs, der vor allem durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird, und Magenkrebs, verursacht häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori. Die Forscher nutzten weltweite Datenbanken, um die Krebsneuerkrankungen 2022 mit womöglich auslösenden Faktoren in Verbindung zu bringen.
In Deutschland gehen demnach bei Frauen 30 Prozent und bei Männern gut 39 Prozent der Krebserkrankungen auf vermeidbare Faktoren zurück. Allein aufs Rauchen sind hierzulande bei Frauen mehr als 12 Prozent, bei Männern sogar mehr als 23 Prozent der Krebsneuerkrankungen zurückzuführen.
Weitere wichtige Ursachen sind Alkoholkonsum (Frauen 3,3 Prozent, Männer 4,9 Prozent), ein hoher Körper-Masse-Index (Frauen 6,4 Prozent, Männer 3,5 Prozent), UV-Strahlung (Frauen 3,2 Prozent, Männer 3,7 Prozent) und Infektionen (Frauen 5,6 Prozent, Männer 4,2 Prozent).
