
NS-Abfangjäger Natter sollte als Wegwerf-Waffe dienen
n-tv
Kurz vor seinem Untergang setzt das NS-Regime auf eine Vielzahl angeblicher "Wunderwaffen". Mit dem Abfangjäger Bachem Ba 349 will die Wehrmacht den alliierten Bomberverbänden gefährlich werden. Doch der erste bemannte Raketenstart der Geschichte am 1. März 1945 endet für den Testpiloten tragisch.
Kurz vor seinem Untergang setzt das NS-Regime auf eine Vielzahl angeblicher "Wunderwaffen". Mit dem Abfangjäger Bachem Ba 349 will die Wehrmacht den alliierten Bomberverbänden gefährlich werden. Doch der erste bemannte Raketenstart der Geschichte am 1. März 1945 endet für den Testpiloten tragisch.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Deutschland an immer mehr "Zukunftsprojekten" gearbeitet. Von Abwehrraketen über Stratosphärenbombern bis hin zu 200-Tonnen-Panzern. Diese Projekte hatten kaum Aussicht, jemals gebaut zu werden. Häufig verfolgten die Konstrukteure diese Visionen nur noch, um ihre Mitarbeiter vor einem Fronteinsatz zu bewahren. Doch von der Bachem Ba 349 - besser bekannt als Natter - gab es sogar flugfähige Prototypen. Der Abfangjäger war also weit über das Planstadium hinweggekommen. Das Projekt endete mit dem ersten Flug einer bemannten Rakete.
Vom Konzept her handelte es sich bei der Natter um eine Art von bemannter und bewaffneter Rakete. Entworfen allein zu dem Zweck, alliierte Bomber abzufangen. Ein ähnliches Modell existierte bereits: die Me 163 Komet. Auch sie wurde von einem Raketentriebwerk angetrieben. Dadurch konnte die 163 schneller steigen als jedes herkömmliche Flugzeug und so in wenigen Minuten die Flughöhe der Bomber erreichen und übersteigen. Dann war der Treibstoff verbraucht und die Maschine ging in den Gleitflug über, um so die Bomber zu attackieren.
Dem gleichen Grundkonzept folgte auch die Natter. Sie wollte allerdings die Probleme der Komet vermeiden und vor allem musste sie auf Materialien verzichten, die man im zusammenbrechenden Reich kaum noch bekommen konnte. So kam es, dass die Natter einerseits sehr moderne Features wie einen Schleudersitz besaß, andererseits aber aus Sperrholz gefertigt wurde. Ähnlich wie der "Volksjäger" Heinkel He 162 sollte die Natter einfach und in großen Stückzahlen zu bauen sein.
Der Entwurf stammte von Erich Bachem. Er war schon vor dem Krieg in der Segelflugszene aktiv und hatte dann bei der Flugzeugfabrik Fieseler gearbeitet. Aber er gehörte bei Weitem nicht zur ersten Garde der deutschen Konstrukteure. Ein renommierter Flugzeugkonstrukteur wäre wohl auch kaum auf die Idee einer bemannten Abfangrakete gekommen. Das ganze Gerät war nur sechs Meter lang und wurde von einem Gestell aus senkrecht nach oben gestartet. Wegen der geringen Reichweite war es nur für den Objektschutz geeignet.
