
So verraten sich herabstürzende Weltraum-Trümmer
n-tv
Die Zahl der Satelliten steigt ständig und damit auch die Zahl derjenigen, die wieder in die Erdatmosphäre eintreten. Zum Teil sind sie mit giftigen oder radioaktiven Stoffen belastet. Die Suche nach Satelliten-Trümmern ist schwierig - dabei könnte man die Flugbahn gut berechnen.
Die Zahl der Satelliten steigt ständig und damit auch die Zahl derjenigen, die wieder in die Erdatmosphäre eintreten. Zum Teil sind sie mit giftigen oder radioaktiven Stoffen belastet. Die Suche nach Satelliten-Trümmern ist schwierig - dabei könnte man die Flugbahn gut berechnen.
Über 10.000 aktive Satelliten umkreisen derzeit die Erde - bis Ende des Jahrzehnts könnte ihre Zahl auf das Drei- bis Zehnfache anwachsen. Damit steigt auch die Anzahl der durch Fehlfunktionen oder das planmäßige Ende ihrer Betriebszeit zur Erde herabstürzenden Satelliten. "Letztes Jahr sind jeden Tag mehrere Satelliten in die Atmosphäre eingetreten, aber wir wissen nicht, ob sie in Stücke zerbrochen sind, ob sie in der Atmosphäre verbrannt sind oder ob sie den Boden erreicht haben", erklärt Benjamin Fernando von der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland).
Und das ist ein Problem. Denn größere Trümmerteile, die den Erdboden erreichen, können giftige oder radioaktive Stoffe enthalten. Die Suche nach den Trümmern gestaltet sich allerdings schwierig, wenn die genaue Flugbahn und damit auch die Absturzstelle unbekannt sind. Wie etwa beim sowjetischen Aufklärungssatelliten "Kosmos 954", der 1978 nach einer Fehlfunktion auf die Erde stürzte. Als Energiequelle für seine Radarantenne hatte er einen Kernreaktor an Bord - die radioaktiven Trümmer verteilten sich über einen 600 Kilometer langen Streifen im Norden Kanadas.
Noch gravierender war der Absturz der russischen Raumsonde "Mars 96". Nach dem Start im November 1996 trat sie aufgrund einer Panne einen Tag später wieder in die Erdatmosphäre ein. Auch sie hatte mehrere radioaktive Energiequellen an Bord. Damals vermutete man, die Überreste seien ins Meer gestürzt. Doch drei Jahre später stießen Forscher auf einem Gletscher in Chile auf radioaktives Plutonium, das wahrscheinlich von der Marssonde stammt.
Nicht nur radioaktive Stoffe bereiten Sorgen. Weltraum-Trümmer können auch giftige Stoffe enthalten: Überreste von Treibstoffen oder Batterien, Schwermetalle oder toxische Verbrennungsprodukte. Zusammen mit seinem Kollegen Constantinos Charalambous vom Imperial College London suchte der Wissenschaftler deshalb nach besseren Methoden, um Satelliten-Überreste auf der Erde zu lokalisieren.
