
Schlechte Zähne können schwere Krankheiten auslösen
n-tv
Zähne sind weit mehr als nur Kauhilfen. Experten sehen sie als "kleine Organe", die direkt mit dem Blutkreislauf verbunden sind. Auf diesem Weg können sich Erreger im Körper verteilen und Entzündungen anfeuern. Das bedeutet: Geht es den Zähnen schlecht, leidet die allgemeine Gesundheit.
Zähne sind weit mehr als nur Kauhilfen. Experten sehen sie als "kleine Organe", die direkt mit dem Blutkreislauf verbunden sind. Auf diesem Weg können sich Erreger im Körper verteilen und Entzündungen anfeuern. Das bedeutet: Geht es den Zähnen schlecht, leidet die allgemeine Gesundheit.
Gesunde Zähne stehen nicht nur für ein schönes Lächeln und ein gepflegtes Äußeres. Sie sind ein zentraler, aber oft unterschätzter Faktor für die Gesundheit des gesamten Körpers. Immer mehr Studien zeigen: Erkrankungen im Mundraum können Entzündungen anfeuern, das Immunsystem belasten und das Risiko für schwere Krankheiten deutlich erhöhen - von Herzinfarkt über Diabetes bis hin zu Krebs.
Besonders problematisch ist Experten zufolge Parodontitis, eine chronische Entzündung des Zahnfleisches. Sie zählt zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Laut Deutscher Mundgesundheitsstudie sind rund 20 Prozent der jüngeren Erwachsenen betroffen, bei den 65- bis 74-Jährigen sogar etwa jeder Zweite. In den entzündeten Zahnfleischtaschen sammeln sich Bakterien, die sich im ganzen Körper ausbreiten können: Vom Mundraum gelangen die Erreger über die Blutbahn in andere Organe und können dort Entzündungsprozesse auslösen oder verstärken.
Die häufigsten Folgen von Parodontitis sind Zahnfleischbluten und -verlust. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Herz-Kreislauf-Problemen, Schlaganfällen, Rheuma, chronischen Atemwegsinfekten und Diabetes führen. Auch für Schwangere ist sie riskant: Hormonelle Veränderungen können Entzündungen im Mund verstärken, was wiederum das Risiko für Frühgeburten erhöht. Eine schwedische Langzeitstudie zeigte zudem ein um 49 Prozent erhöhtes Krebsrisiko bei Menschen mit Parodontitis.
Warum der Mundraum eine solche Schlüsselrolle spielt, erklärt Zahnarzt Alexander Neubauer in seinem Buch "Die geheime Kraft der Zähne": "Die Zähne sind wie kleine Organe und direkt an den Blutkreislauf angeschlossen." Der Kiefer gehört demnach zu den am stärksten durchbluteten Knochen im Körper. Bakterien, Toxine oder Entzündungsstoffe könnten sich von dort rasch im Organismus verteilen. Hinzu komme die unmittelbare Nähe zum Gehirn sowie die Verbindung über den Trigeminusnerv, einen der wichtigsten Hirnnerven.
