
Russisch-orthodoxe Kirche – williger Helfer von Putins Zustimmungsdiktatur
Die Welt
Immer wieder sprechen Putin und seine Schergen vom „heiligen Krieg“, um ihrer Aggression einen religiösen Sinn zu verschaffen. Die russisch-orthodoxe Kirche stimmt darin ein. Auch für sie gilt deswegen: keine Freiheit für die Feinde der Freiheit.
Wladimir Putin führt nicht nur einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Er führt auch einen „heiligen Krieg“. Immer wieder nehmen der russische Präsident und seine Schergen im Kreml diesen Begriff auf, um ihrer Aggression einen religiösen Sinn zu verschaffen. Die Gier nach Eroberung wird auf diese Weise zum „heiligen Krieg“ gegen den Westen hochgepeitscht – in der Hoffnung, die Mehrheit der Russen mit dem feurigen Fusel dieses Pathos berauschen zu können.
Nicht überraschend, aber dennoch verwerflich ist, dass die russisch-orthodoxe Kirche in diesen Chor einstimmt. Schon nach Putins Mobilmachung rief das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, dazu auf: „Sich selbst zu opfern, reinigt die Seele von allen Sünden des Lebens.“ Russlands Kirche ist eine Staatskirche und seit jeher ein gehorsames Element der jeweiligen Kreml-Herren.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












