
Pro-Palästina-Protestcamp vor Münchner Uni verschwunden
n-tv
Eigentlich hatten die Organisatoren eines heftig umstrittenen propalästinensischen Camps vor der Münchner Uni überlegt, bis ins nächste Jahr zu protestieren. Offenkundig gab es eine Planänderung.
München (dpa/lby) - Nach über einem halben Jahr haben die Organisatoren des heftig umstrittenen Pro-Palästina-Protestcamps vor der Münchner Universität ihre Zelte überraschend abgebrochen. Das Camp sei nicht mehr da, bestätigte ein Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums entsprechende Nachrichten auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten waren der Münchner Polizei nicht bekannt. Das im Mai aufgebaute Protestcamp war als Dauerveranstaltung bei der Stadtverwaltung angemeldet.
So veröffentlichte die israelische Generalkonsulin Tanya Lador-Fresher ein Foto des nunmehr leeren Rasens auf dem Platz vor der Münchner Universität - abgesehen von der Begrüßung "Guten Morgen aus München" ohne Kommentar. Außer den großen braunen Stellen, die die Zelte auf dem Rasen vor der Uni hinterließen, war keine Spur des Protests mehr zu entdecken. Auch auf dem Instagram-Account des Camps fand sich keine Stellungnahme.
Die Organisatoren des Münchner Camps hatten sich zwar mehrfach von Antisemitismus distanziert, doch viele Beobachter sahen die Grenze weit überschritten. So warf die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München den Protestierenden in einer Analyse neben offenem Antisemitismus auch Verschwörungsideologien, Verherrlichung der Hamas und Verbindungen zu Islamisten vor. Die Münchner Stadtverwaltung wollte das Camp schon zu Beginn im Mai eigentlich an einen anderen, weniger prominenten Ort verlegen, scheiterte jedoch vor Gericht.

Wenn die schwarz-rote Regierung das Ruder noch einmal herumreißen will, bleibt nach Ansicht von CSU-Chef Söder nur ein kleines Zeitfenster: Angesichts der Wahlen im Herbst müssen mutige Schritte noch vor der Sommerpause gelingen. Beim Spitzensteuersatz zeichnet sich dabei schon der erste größere Dissens ab.












