
Kurden fordern mehr Hilfe von Berlin
n-tv
Der jüngste Angriff auf ein Gefängnis im Nordosten Syrien zeigt: Die Terroristen vom IS sind längst nicht besiegt. Die Kurden der Region werfen Deutschland nun mangelnde Unterstützung vor. Dabei sollen noch zahlreiche deutsche IS-Anhänger in der Gegend leben.
Nach dem Großangriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf ein Gefängnis im Nordosten Syriens fordern die dort regierenden Kurden mehr deutsche Hilfe im Kampf gegen Extremisten. In den dortigen Haftanstalten und Lagern säßen noch Dutzende Deutsche, sagte Nowruz Ahmed aus dem Militärrat der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Es handele sich um IS-Anhänger und deren Familien. Die deutsche Regierung habe keine eindeutig klare Sichtweise.
"Deutschland unterbreitet unserer Region nicht genug Hilfe, vor allem in Bezug auf die Angriffe, denen wir ausgesetzt sind", erklärte die Kommandeurin. Der IS hatte im vergangenen Monat ein Gefängnis in der Stadt Al-Hassaka überfallen, um inhaftierte Anhänger zu befreien. Die lokalen Sicherheitskräfte konnten den Angriff erst nach tagelangen Kämpfen beenden. Mehr als 300 Menschen kamen ums Leben.
Beobachter warnen schon seit längerem vor einem Wiederaufstieg der Extremisten. Der Überfall auf das Gefängnis war einer der schwersten Angriffe des IS in Syrien seit Jahren. Die Terrormiliz hatte im Frühjahr 2019 ihre letzte Hochburg in dem Bürgerkriegsland verloren. In der vergangenen Woche kam IS-Anführer Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi bei einem Einsatz von US-Spezialkräften in Syrien ums Leben.
