
Kein freier Platz im Kindergarten in Dreieich
Frankfurter Rundschau
Eine Dreieicher Mutter beschwert sich über fehlende Betreuungskapazitäten für ihr Kind in Dreieich und schießt gegen die Stadt und den Kreis.
Die Stadt Dreieich hat jahrelang, wenn nicht jahrzehntelang das Thema Kinderbetreuung verschlafen. Diesen Vorwurf muss sich die Dreieicher Politik von Kerstin Lohr gefallen lassen, einer Mutter, die ein Jahr lang auf einen Krippenplatz für ihre Tochter warten musste und nun auch keinen Kindergartenplatz erhält. Auch am Kreis Offenbach lässt die 36-Jährige kein gutes Haar: Dort habe man bisher nicht reagiert, obwohl das Verwaltungsgericht Darmstadt der Behörde auferlegte, bis zum 1. Oktober einen Betreuungsplatz nachzuweisen.
Kerstin Lohr steht mit ihrem Problem nicht alleine da: Vor gut einer Woche haben Eltern vor der Sitzung der Stadtverordneten demonstriert, um ihren Unmut über „die unzumutbare Betreuungssituation“ auszudrücken. Es gebe zu wenig Kita-Plätze in Dreieich.
Lohr ist aktuell mit ihrem zwölf Wochen alten Baby – ihrem zweiten Kind – zu Hause in Elternzeit. Die Freunde und Freundinnen ihrer dreijährigen Tochter seien nach den Sommerferien in den Ü3-Bereich gewechselt, und ihr Kind sei selbstverständlich davon ausgegangen, dass es nach seinem dritten Geburtstag auch dorthin wechselt, so Lohr. „Der Kita-Leiter hatte sie schon im Ü3-Bereich seiner Einrichtung eingeplant und meinte, dass er so Personal sparen könne, da die Eingewöhnung wegfallen würde“, erklärt sie.













