Iran: Tote bei Protesten gegen Inflation und Staatsführung
ZDF
Im Iran eskalieren die Proteste gegen die Wirtschaftskrise. Nach dem Währungscrash fordern die Menschen Reformen und ein Ende der Repressionen.
Schwere Wirtschaftskrise und politische Wut: Im Iran eskalieren die Proteste gegen das System. Das Regime reagiert mit Härte, es gibt Tote. Den fünften Tag in Folge sind Menschenmassen im Iran angesichts der schweren Wirtschaftskrise gegen die autoritäre Staatsführung auf die Straße gegangen. Während Augenzeugen zufolge in den Metropolen Sicherheitskräfte mit einem massiven Aufgebot einrückten, ging der Staat vor allem auf dem Land mit Härte gegen Demonstrationen vor. Mindestens drei Menschen kamen bei den Protesten ums Leben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den aktuellen Entwicklungen: Ausgelöst wurden die aktuellen Proteste durch einen plötzlichen Einbruch der Devisenkurse am vergangenen Sonntag. Spontan gingen vor allem Händler von Elektronikgeschäften in der Hauptstadt Teheran auf die Straße. Angesichts der Kursschwankungen konnten sie keine verlässlichen Preise für ihre Importware mehr nennen und wussten nicht, welche Verluste ihnen aus bereits verkauften Produkten drohen. Inzwischen erfassen die Proteste auch andere Landesteile und Bevölkerungsschichten. Studierendenverbände, die bereits frühere Protestwellen mitgetragen hatten, riefen erneut zu Demonstrationen auf. Mindestens zwei Demonstranten wurden in Lordegan im zentralen Süden getötet, wie die Menschenrechtsgruppe Hengaw berichtete. Auch die staatsnahe Nachrichtenagentur Fars meldete zwei Tote bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Protestteilnehmern und Sicherheitskräften in der Stadt. Zudem gibt es Berichte über einen weiteren Toten in Kuhdascht in der westlichen Provinz Lorestan.
