
In der "Hölle von Verdun" sollte Frankreichs Armee verbluten
n-tv
Im Februar 1916 gehen deutsche Truppen bei Verdun zum Angriff über. Doch der Plan, Frankreichs Armee auszubluten, geht nicht auf. In monatelangen Kämpfen sterben Hunderttausende Menschen. Verdun wird zum Inbegriff der Materialschlacht.
Im Februar 1916 gehen deutsche Truppen bei Verdun zum Angriff über. Doch der Plan, Frankreichs Armee auszubluten, geht nicht auf. In monatelangen Kämpfen sterben Hunderttausende Menschen. Verdun wird zum Inbegriff der Materialschlacht.
Um Punkt 7.12 Uhr zerreißt ein ohrenbetäubendes Donnern die Stille rund um die Kleinstadt Verdun. Sekunden später schlagen die ersten Granaten in die französischen Stellungen ein. Der Boden bebt, Erde wirbelt durch die Luft, Bäume zersplittern, ganze Grabenabschnitte werden verschüttet. Neun Stunden tobt das Trommelfeuer der mehr als 1200 Geschütze, dann rücken deutsche Sturmtruppen vor. Mit dem Angriff am Morgen des 21. Februar 1916 beginnt die längste Schlacht des Ersten Weltkriegs. Ein blutiges Ringen, das keinen Frontdurchbruch erzwingen, sondern Menschenleben verbrauchen soll.
"Für die Deutschen endeten die Kämpfe um Verdun nach zehn Monaten mit einer Niederlage, weil die Schwächung der französischen Kräfte nicht erreicht wurde", sagt der Historiker Jörn Leonhard von der Universität Freiburg im Gespräch mit ntv.de. "Neu war die systematische Vorbereitung dieser Materialschlacht und die extreme Verdichtung von Gewalt auf engstem Raum. Damit markiert Verdun den Übergang in eine neue Phase des industrialisierten Krieges."
Dass Verdun am Ende in einer deutschen Niederlage mündet, ist Anfang 1916 nicht absehbar. Für die Führung in Berlin ergibt sich die Schlacht vielmehr aus einer zunehmend ausweglosen strategischen Lage. Im Zweifrontenkrieg ist das Deutsche Kaiserreich den Entente-Mächten Frankreich, Russland und Großbritannien sowohl personell als auch industriell unterlegen. Vor diesem Hintergrund plant Generalstabschef Erich von Falkenhayn einen Angriff an der erstarrten Westfront. Sein Ziel: Verdun.
"Die heutige Forschung geht nicht davon aus, dass Falkenhayn bei Verdun einen großangelegten und anhaltenden Frontdurchbruch anstrebte", sagt Leonhard. "Vielmehr wollte er Frankreich in einer Abnutzungsschlacht militärisch schwächen und damit die Voraussetzung für einen Separatfrieden schaffen."













