Im Pelz zum vorgeheizten Rolls-Royce
Die Welt
Cortina d’Ampezzo ist nicht als Elendsviertel bekannt. Hier trägt Frau und Mann noch Pelz, und der Maserati wird schon mal vorgewärmt. Wäre dieser Tage bei den Olympischen Spielen nicht diese eine störende Sache.
Cortina d’Ampezzo ist nicht als Elendsviertel bekannt. Hier trägt Frau und Mann noch Pelz, und der Maserati wird schon mal vorgewärmt. Wäre dieser Tage bei den Olympischen Spielen nicht diese eine störende Sache. Den Gästen der bescheidenen Herberge in Cortina d’Ampezzo wird einiges zugemutet. Um genau zu sein, fünf Meter. Genauso weit müssen sie laufen, wenn sie die Lobby verlassen, um zu ihrem Auto zu kommen. Und das mitten im Februar bei beinahe unzumutbaren morgendlichen Temperaturen, nur knapp über dem Gefrierpunkt. Wahrscheinlich hat die Bürokratie des schicken Ortes in den Dolomiten, der dieser Tage Gastgeber der Olympischen Spiele ist, einen Direktzugang vom Frühstücksbüfett verhindert – verdammtes Fußgänger-Prekariat. Wenigstens hat das Direktorat reagiert, um seinen Gästen einen halbwegs menschenwürdigen Vormittag zu gewährleisten. Eine halbe Stunde vor der Abfahrt werden die beiden Rolls-Royce und der Maserati gestartet. Vorheizen im Leerlauf ist ja wohl das Mindeste.











