
Ferien vom Ich
n-tv
Die Kolumnistin hat im Urlaub viel gelesen, ein Buch auf ihrer Liste klingt so gar nicht nach Urlaub. Es heißt "Sterben im Sommer" und spricht ihr aus der Seele. Was Brad Pitt damit zu tun hat und dass sie eigentlich ganz lustig ist, lesen Sie hier.
Wer ist man in den Ferien? Ist man anders als zu Hause, im Alltag? Die meisten geben sich zumindest redlich Mühe: Flatterkleider und lockere Grundstimmung werden hervorgezaubert, wenn möglich, der Teint auf knusprig getrimmt - im Urlaub wollen wir unser anderes Ich zeigen. Wir wollen großzügiger sein, mehr lachen, Fünfe gerade sein lassen, nicht ständig über das Leben und die Welt nachdenken (oder erst recht?), wir wollen, wir müssen uns erholen. In ein paar Tagen oder Wochen, die dann wieder für längere Zeit reichen müssen. Der Akku ist dann aufgeladen, hoffentlich, wir haben Kraft und Zuversicht und überlegen bereits, wo es das nächste Mal hingehen soll.
Wir haben gute Vorsätze - mehr an die frische Luft, mehr Fahrradfahren, mehr Sport, weniger Essen, fast wie am 1.1. eines jeden Jahres - und dann kommt der Alltag und überfällt uns von hinten, schleicht sich heran wie ein Panther, schlägt zu, zack, sind wir wieder in der Falle. Ich nehme mich da nicht aus. Ich habe mir aber vorgenommen, wirklich darauf zu achten, alles langsamer angehen zu lassen. Mir mehr zu gönnen, öfter nein zu sagen, ruhiger zu bleiben. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte.
