
Die größte Werkschau aller Zeiten
Die Welt
Das Rijksmuseum zeigt eine Schau des Malers Jan Vermeer, die es so noch nie gab – und sehr wahrscheinlich nie wieder geben wird. 150.000 Eintrittskarten sind schon verkauft. Die extreme Wirkung seiner Bilder erklärt sich durch Vermeers großes Geheimnis.
Noch einmal Vermeer. Und wieder steht man gebannt vor seinen verschwiegenen Bildern. Und wieder ist es wie beim ersten Mal. Selbst ein Cover-Girl wie das „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ taucht, als habe es sich zur Premiere geschmückt, aus dem Bühnenhintergrund auf. Und so hat die große Amsterdamer Werkübersicht schon gewonnen. Allein mit ihrem Versprechen, dass auf die klassische Erfahrungsstrecke – gesehen, verstanden, prima, okay – auch diesmal kein Verlass sein wird.
Groß ist das Werk ja nicht. 37 Bilder. Vielleicht ein paar weniger, vielleicht ein paar mehr – je nach Expertenurteil in Amsterdam oder Washington. Und mit Expertisen ist die Vermeer-Literatur wahrhaft üppig besetzt. Und es hat gar nicht ausbleiben können, dass der Amsterdamer Großanlass auch den Forschungsehrgeiz gewaltig stimulieren und zu neuen Zu- und Abschreibungen führen würde. Wobei zur Zunftregel gehört, dass keine Studie ohne Widerspruch bleibt – mit allen Nuancen zwischen Skepsis und Polemik.
