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Der Abstieg der Antibabypille

Der Abstieg der Antibabypille

Die Welt
Tuesday, June 28, 2022 02:39:34 PM UTC

Junge Frauen lehnen hormonelle Verhütungsmethoden zunehmend ab, sie halten die Antibabypille für invasiv und gesundheitsgefährdend. Einigen Frauenärzten macht das Sorgen – sie befürchten eine Zunahme ungewollter Schwangerschaften. Zu Recht?

Als Lisa Striebels Beziehung endete, setzte sie erleichtert die Pille ab. Künstliche Hormone sind für ihren Körper auf Dauer nicht gut, denkt sie. Sie könnten schaden, hört sie immer wieder von Freundinnen. Striebels selbst vertrug die Pille, die sie im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal nahm, gut. Sie habe weder an Gewicht zugelegt, noch habe ihre Lust gelitten, erzählt sie. „Ich wollte einfach auch mal wissen, wie sich mein Körper ohne künstliche Hormone anfühlt.“ Von „Pillenmüdigkeit“ spricht der Berufsverband der Frauenärzte. Wie verbreitet sie ist, stellte erst im Mai 2022 die Hamburger Frauenärztin und Wissenschaftsautorin Katrin Schaudig fest: Die Hälfte von 887 befragten Frauen zwischen 18 und 40 Jahren äußerte eine negative oder sehr negative Einstellung gegenüber den verschiedenen Antibabypillen. Dazu gehören Überzeugungen wie: „Die Pille ist ein Eingriff in den natürlichen Haushalt.“ „Da fühle ich mich fremdbestimmt.“ Oder nach dem Absetzen: „Jetzt spüre ich mich endlich wieder.“ Doch wie gerechtfertigt ist diese Skepsis?

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