
Brasiliens Traumtor zielt ins Herz des Machtkampfs
n-tv
Top-Favorit Brasilien feiert beim WM-Debüt ein 2:0 (0:0) über Serbien. Die Selecao ist auf der Jagd nach dem sechsten WM-Titel. Alle Hoffnung liegen auf Superstar Neymar. Für einen Ausnahmemoment sorgt Richarlison. Der zukünftige Präsident Brasiliens Lula zeigt sich jubelnd im Trikot seiner Gegner.
Jair Bolsnoaro ist verschwunden. Der abgewählte Präsident Brasiliens zeigt sich nicht mehr. Seit seiner Niederlage gegen den linken Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva am 30. Oktober ist er abgetaucht. Einmal kommt er kurz zurück an die Oberfläche. Das ist 48 Stunden nach der Wahl. Er werde die Verfassung respektieren, sagt er. Zu seiner Niederlage äußert er sich nicht. Stattdessen ficht er die Wahl an. Und geht erneut auf Tauchstation. Die wildesten Gerüchte ranken sich um seine Abwesenheit. "Er kann keine Hosen anziehen", behauptet Vizepräsident Hamilton Mourão kürzlich in "O Globo" und raunt etwas von einer mysteriösen Hautkrankheit. "Er kann ja nicht in Shorts auftreten."
Das unterscheidet ihn von Neymar, dem Bolsonaro-Unterstützer und nächsten Superstar dieser WM, dem um 22 Uhr Ortszeit im Lusail-Stadion die Bühne bei diesem so umstrittenen Turnier bereitet wird. Der 30-Jährige ist mit seinem 222-Millionen-Euro-Transfer von Barcelona zu Paris Saint-Germain im Sommer 2017 immer noch der teuerste Spieler der Welt. Er ist der Bad Boy in der Reihe der aktuellen Superhelden im Weltfußball. Was bei der aktuellen Riege der Stars schon eine Menge Verwegenheit erfordert.
Er ist es, weil er bei der letzten WM in Russland seinen Ruf als Schwalbenkönig für immer zementiert. Beim Aufeinandertreffen mit Serbien rollt er nach einem Allerwelts-Tritt von Adem Ljajic für eine Ewigkeit über den Rasen. Er ist es auch, weil die Geldflüsse bei seinen Transfers vom Heimatverein Santos zu Barcelona und später von Barca zu PSG noch dubioser sind als bei seinen Superstarkollegen.
