Union kritisiert Bahn wegen Abschaffung der Familienreservierung
ProSieben
Der Unmut über die Bahn-Pläne zum Wegfall vergünstigter Reservierungen für Familien wächst auch in der Regierungskoalition. Die Union warnt vor einem weiteren Imageverlust.
In der Regierungskoalition von Union und SPD wächst die Kritik an der Deutschen Bahn wegen der geplanten Abschaffung der günstigeren Sitzplatzreservierung für Familien. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Steffen Bilger, sagte der "Bild"-Zeitung, "mit der Abschaffung der Familienreservierung riskiert die Bahn leichtfertig einen weiteren Imageverlust". Die Maßnahme treffe ausgerechnet diejenigen, die auf bezahlbare Mobilität angewiesen seien und auf Sitzplatzreservierungen nicht verzichten könnten. "Bahnreisen muss familienfreundlich sein", sagte Bilger. "Wer mehr Menschen für die Bahn begeistern will, muss familienfreundliche Angebote stärken, nicht streichen." SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Ich hoffe, dass es noch ein Umdenken gibt. Die Bahn ist nicht so attraktiv, dass man sich solche Preissprünge einfach mal leisten kann." Die bundeseigene Bahn will ungeachtet wachsender Kritik an der Neuregelung festhalten. "Die Familienreservierung werden wir ab dem 15. Juni nicht mehr anbieten", hatte eine Konzernsprecherin bekräftigt. Es bleibe jedoch dabei, dass Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahren in Begleitung kostenfrei reisen.
