
Ukrainer kämpfen mit Blackouts und Eiseskälte
n-tv
Die massiven Blackouts machen der Ukraine noch immer zu schaffen. In rund 15 Regionen gibt es offenbar Probleme mit der Strom- und Wasserversorgung, auch Kiew ist weiter betroffen. Russland weist die Verantwortung für die Zerstörungen dort zurück - und beschießt fast stündlich das befreite Cherson.
Auch nach der Befreiung durch ukrainische Truppen ist die Lage für die Bewohner von Cherson katastrophal. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Cherson werde fast stündlich beschossen. Am Donnerstag feuerten russische Truppen mit Artillerie und Mehrfachraketenwerfern auf die Stadt in der Südukraine und töteten sieben Menschen. Etwa 20 Menschen seien verletzt worden, teilte Gebietsgouverneur Jaroslaw Januschewytsch mit. Ein Hochhaus habe durch den Beschuss Feuer gefangen. Ein Geschoss sei auf einem Kinderspielplatz eingeschlagen.
"Der heutige Tag ist eine weitere schreckliche Seite in der Geschichte unserer Heldenstadt", schrieb der Gouverneur auf Telegram. Unter dem Druck ukrainischer Angriffe hatten russische Truppen Cherson und ihren Brückenkopf auf dem nordwestlichen Ufer des Dnipro Mitte November geräumt. Die Russen halten aber Stellungen auf dem anderen Ufer des Flusses und setzen von dort ihre Artillerie ein. Die ukrainischen Behörden haben Zivilisten angeboten, Cherson zeitweise zu verlassen.
Angesichts von Eiseskälte und Dunkelheit in ukrainischen Städten infolge der massiven Blackouts beschwor der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Widerstandsgeist seines Volkes. "Wir haben neun Monate lang einen umfassenden Krieg überstanden, und Russland hat keinen Weg gefunden, uns zu brechen. Und es wird keinen finden", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Wir müssen so weitermachen wie jetzt gerade, in Einigkeit und gegenseitiger Hilfe."
