
Spekulieren lenkt bloß ab
Frankfurter Rundschau
Die mediale Hysterie um Umfragen verstellt den Blick aufs Wesentliche
In Deutschland stehen in diesem Jahr wichtige Wahlen an, denen ein Reigen an politischen Umfragen vorausgehen wird. Es braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um zu ahnen, dass immer wieder dieses eingespielte Ritual zu beobachten sein wird: Von den Medien mit schlechten Werten konfrontiert werden Politikerinnen und Politiker beteuern, die Umfragen seien für sie gar nicht wichtig. Abgerechnet werde am Wahlabend. Das stimmt nur halb. Denn in den Parteizentralen starren sie sehr wohl auf die Zahlen. Sie rechnen und planen, und sie spielen ihre Optionen durch. Vielleicht sollten die Medien aber einfach mal abwarten, was wirklich passiert. Ständiges Spekulieren über Wahlergebnisse und Koalitionsoptionen ist nicht nur müßig, es lenkt auch von den Sachthemen und inhaltlichen Debatten ab.













