
Selten wurde so offen ausgedrückt, wie tief die Gräben waren
Die Welt
Die Trennung von Thomas Tuchel hatte bei Borussia Dortmund lange nachgewirkt. Trotzdem ist man beim BVB überzeugt: Im Hinblick auf das Spitzenspiel am Samstag beim FC Bayern hat Tuchels Blitz-Verpflichtung wenig Einfluss.
Die letzte Handlung, die noch mit seiner Tätigkeit für Borussia Dortmund im Zusammenhang stand, war für Thomas Tuchel ein schwerer Gang. Vor genau fünf Jahren sagte der neue Bayern-Trainer vor dem Landgericht Dortmund als Zeuge im Strafprozess gegen Sergej W. aus – den Mann, der am 11. April 2017 ein Sprengstoffattentat auf den Mannschaftsbus des BVB ausgeführt hatte. Tuchel und seine Spieler befanden sich gerade auf der Fahrt ins Stadion, zum Spiel gegen den AS Monaco in der Champions League.
Die Atmosphäre im Saal 130 war damals bedrückend. Nacheinander wurden die Spieler Felix Passlack, Sven Bender, Marcel Schmelzer und Roman Weidenfeller hereingerufen. Gefolgt vom damaligen BVB-Teammanager Fritz Lünschermann, den Physiotherapeuten Peter Kuhnt und Swantje Thomsen sowie schließlich Tuchel und dessen Co-Trainer Arno Michels. Sie alle mussten noch einmal durchleben, was sie am liebsten vergessen wollten: Die Detonationen, die Schreie von BVB-Verteidiger Marc Bartra, der blutend im Gang des Busses lag. Der Franzose war bei dem Anschlag schwer verletzt worden. Die Spieler schilderten ihre Ängste.













