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Schwere Zusammenstöße auf dem Tempelberg

Schwere Zusammenstöße auf dem Tempelberg

DW
Friday, April 15, 2022 07:58:08 AM UTC

Nach den muslimischen Freitagsgebeten ist es in der Altstadt von Jerusalem zu Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Polizei und Palästinensern gekommen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Nach Angaben der israelischen Polizei begannen die gewalttätigen Zusammenstöße nach dem Ende der muslimischen Morgengebete auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee. Demnach hatten Randalierer Steine geworfen und Feuerwerkskörper abgefeuert. Unter rund 12.000 muslimischen Gläubigen hätten sich etwa 100 Randalierer befunden, hieß es.

Nach Berichten des palästinensischen Rettungsdiensts Roter Halbmond wurden rund 60 Palästinenser verletzt, nachdem israelische Sicherheitskräfte Tränengas eingesetzt hätten, wie die "Jerusalem Post" berichtete. Augenzeugen sprachen auch von Gummigeschossen.

Die Auseinandersetzungen fallen in den muslimischen Fastenmonat Ramadan, in dem zehntausende Muslime in der Jerusalemer Altstadt auf und um den Tempelberg zum Freitagsgebet erwartet wurden. Der Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee ist für Juden und Muslime gleichermaßen heilig. In diesem Jahr fallen zudem der christliche Karfreitag und das jüdische Pessachfest auf diesen Freitag. Das Tourismusministerium erwartet rund 30.000 ausländische Touristen in Jerusalem allein in dieser Woche.

Die Sicherheitslage in Israel und den Palästinensergebieten ist dabei extrem angespannt: In den vergangenen Wochen sind bei vier Anschlägen in Israel 14 Menschen getötet worden. Nach Einsätzen der israelischen Armee im Westjordanland waren am gestrigen Donnerstag mindestens zwei Palästinenser gestorben. Insgesamt starben bei der Gewalt in den vergangenen drei Wochen 21 Palästinenser.

Vergangenes Jahr hatten Zusammenstöße rund um die Al-Aksa-Moschee zu tagelangen schweren Kämpfen zwischen der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen und israelischen Sicherheitskräften geführt. Die Moschee ist eines der größten Heiligtümer des Islam. Sie wird von Jordanien verwaltet, doch Israel kontrolliert die Zugänge.

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