
Rudi Völler sorgt sich um WM-Mitgastgeber
n-tv
Nach der Tötung des mächtigen Drogenbosses "El Mencho" schwappt eine Welle der Gewalt durch Mexiko. Schon in vier Monaten sollen dort Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden, in wenigen Wochen stehen Playoff-Partien an. DFB-Sportdirektor Rudi Völler zeigt sich besorgt.
Nach der Tötung des mächtigen Drogenbosses "El Mencho" schwappt eine Welle der Gewalt durch Mexiko. Schon in vier Monaten sollen dort Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden, in wenigen Wochen stehen Playoff-Partien an. DFB-Sportdirektor Rudi Völler zeigt sich besorgt.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat die jüngste Gewalteskalation in Mexiko wenige Monate vor der Fußball-WM als "erschreckend" bezeichnet. In der Fußball-Welt wachsen angesichts der Ereignisse im Land des Co-Gastgebers die Sorgen um die Sicherheit bei dem Turnier. "Wir haben alle natürlich die Hoffnung, dass sich das in den nächsten Tagen und Wochen wieder beruhigt, bis die WM losgeht", sagte Völler in Berlin. Seit das Militär in dem Land den mächtigen Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes - auch bekannt als "El Mencho" - tötete, setzen dessen Anhänger Autos, Banken, Tankstellen und Läden in Brand und errichten Straßensperren.
Besonders betroffen von den Unruhen ist der Bundesstaat Jalisco mit der Hauptstadt Guadalajara, in der eines der drei mexikanischen WM-Stadien steht und zwei Teams - Kolumbien und Südkorea - ihr Camp geplant haben. In der Millionenmetropole sind vier WM-Vorrundenspiele angesetzt, darunter auch das Match von Europameister Spanien gegen Uruguay. Insgesamt steigen in Mexiko 13 Matches dieser XXL-WM, neben Guadalajara sind Mexiko-Stadt sowie Monterrey die weiteren Gastgeberstädte. In Mexiko haben Uruguay (Playa del Carmen) und voraussichtlich auch Südafrika (Pachuca) ihre WM-Quartiere vorgesehen.
Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey zudem jeweils zwei internationale Playoff-Partien stattfinden zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehmer. Der Fußball-Weltverband FIFA war für eine Reaktion auf die Lage angefragt, hat sich bislang aber noch nicht geäußert.
Eine deutliche Meinung hat Völler indes zu den Boykott-Debatten rund um die Fußball-WM. "Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten." Grundsätzlich will Völler politische Themen wie diese nicht erneut die WM-Reise der Nationalmannschaft überschatten lassen. "Wir sind vor Ort, um Fußball spielen", sagte der DFB-Sportdirektor. Diskussionen wie während der WM in Katar um die Regenbogen-Kapitänsbinde sollen sich nach dem Willen Völlers nicht wiederholen. "Es gibt keine Maulkörbe, jeder kann seine Meinung sagen und kann auch Dinge kritisch sehen, aber nicht am Tag vor dem Spiel", sagte der Weltmeister von 1990.













