
Kirchenrichter werfen Papst Benedikt Versäumnisse in Missbrauchsfall vor
Die Welt
Einem Bericht zufolge werfen Kirchenrichter dem ehemaligen Papst Benedikt XVI vor, Kenntnisse von sexuellen Übergriffen eines Priesters gehabt zu haben. Mehrere Bischöfe hätten „bewusst auf eine Sanktionierung der Straftat verzichtet“.
Kirchenrichter haben laut einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ Versäumnisse des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. noch aus seiner Zeit als Erzbischof und später als Präfekt der Glaubenskongregation in einem Missbrauchsfall festgestellt. Wie die „Zeit“ am Dienstag vorab unter Berufung auf geheime Kirchendokumente berichtete, geht es dabei um den bereits seit längerem bekannten Fall des als Missbauchstäter verurteilten Priesters Peter H., der 1980 nach ersten Beschuldigungen aus dem Ruhrgebiet ins Münchner Erzbistum wechseln konnte.
Die „Zeit“ zitierte aus einem außergerichtlichen Dekret des Kirchlichen Gerichts der Erzdiözese München und Freising vom 9. Mai 2016. Darin heiße es: „Der damalige Erzbischof Joseph Kardinal Ratzinger und sein Ordinariatsrat waren in Kenntnis der Sachlage zur Aufnahme des Priesters H. bereit.“ Bezogen auf mehrere Bischöfe, in deren Amtszeit H. tätig war, stellen die Kirchenrichter fest, diese hätten „bewusst auf eine Sanktionierung der Straftat verzichtet“.

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