Ich liebe diese Band
Die Welt
Als sie sich 1988 von ihrem Sänger Fish trennten, wäre ich fast vom Glauben an Marillion abgefallen. Aber Steve Hogarth wurde mit der Zeit sogar noch besser – wie er an zwei „Weekend“-Abenden wieder beweist. In einem macht er es mir allerdings auch immer schwerer.
Als sie sich 1988 von ihrem Sänger Fish trennten, wäre ich fast vom Glauben an Marillion abgefallen. Aber Steve Hogarth wurde mit der Zeit sogar noch besser – wie er an zwei „Weekend“-Abenden wieder beweist. In einem macht er es mir allerdings auch immer schwerer. Irgendwann im vergangenen Jahr entschloss sich Steve Hogarth, der Sänger der Band Marillion, dass es nun wohl an der Zeit sei, sich die Haare nicht mehr zu färben. Das führte eine Zeit lang zu einem seltsamen halb schwarzen, halb weißen Scheitel, der bei den Fans im Internet zu Irritationen und heftigen Diskussionen führte. Denn man darf nicht vergessen: Nichts führt einem so sehr das eigene Alter vor Augen wie das Alter der Band, die man ein Leben lang verehrt, vielleicht sogar vergöttert hat. Marillion waren immer eine von diesen Bands, von den Kritikern kann man das nicht unbedingt sagen. Seit ihrem Megahit „Kayleigh“, der ein Betriebsunfall war, hat sich die Band durch alle Stadien gekämpft, von kleinen Clubs bis in die Riesenarenen, zurück in die Clubs und heute wieder in die großen Hallen. Für die meisten blieb sie ein One-Hit-Wonder („Ach, die gibt es immer noch?“), für andere aber sind Marillion eine jener Offenbarungsgruppen, deren Anhängerschaft Bekenntnis und Schwur vereint. Die Konzerte, eine Selbstversicherung der Fans, in denen Lebensphasen durchlebt und durchlitten werden. 2002 hat die Band begonnen, ihre „Marillion Weekends“ zu zelebrieren. Diese zwei- bis dreitägigen Konzertreihen gibt es seit den Anfängen in Port Zélande in den Niederlanden nun weltweit – acht waren es in diesem Jahr. Man kann jetzt Worte wie „Hochämter“ oder „Messen“ bemühen, tatsächlich aber sind es Familientreffen. So auch in Berlin, wo die 2025er-Reihe zu Ende ging.
