
Hofreiter: "Wir bräuchten dringend offensive Cyberkapazitäten"
n-tv
Um sich gegen die russische Bedrohung zu wehren, fordert der Grünen-Politiker mehr Schlagkraft für Deutschland. Die EU-Pläne zur Aufrüstung und Drohnenabwehr hält er für unzureichend.
Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter ist dafür, dass Deutschland im Konflikt mit Russland selbst robuster auftritt. Er halte zwar nichts davon, Drohnen nach Russland zu schicken. "Was wir allerdings dringend bräuchten, wären offensive Cyberkapazitäten", sagte Hofreiter im ntv Frühstart. "Dass man gegenüber Russland sagt: Wenn ihr hier weiter Scheiß baut mit Cyberangriffen, das können wir auch." Die Kapazitäten zu haben, würde schon reichen. "Das wäre mal eine effiziente Abschreckung." Sich auf diesem Gebiet nur zu verteidigen, werde nicht klappen.
Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Bundestag sprach sich dagegen aus, über den möglichen Abschuss russischer Kampfjets zu spekulieren. Wichtiger seien zum jetzigen Zeitpunkt andere Maßnahmen, so Hofreiter: Deutlich mehr Waffenlieferungen an die Ukraine, eine Nutzung des eingefrorenen russischen Staatsvermögens für ukrainische Kredite und mehr Sanktionen gegen Russland. Europa müsse etwa die russische Schattenflotte an Öltankern in der Ostsee stoppen und anders mit Ungarn umgehen, das weiterhin Öl aus Russland kauft.
