
Getrennt nach Geschlecht: Immer noch gibt es Mädchenschulen
n-tv
Mädchen ohne Jungen unterrichten: Das Konzept ist uralt - aber in einigen Schulen in Hessen immer noch aktuell. Was sind die Vorteile? Und warum hat eine Mädchenschule nach fast drei Jahrhunderten eine grundlegende Änderung beschlossen?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Nur noch an sechs Schulen in Hessen sind Mädchen im vergangenen Schuljahr ganz unter sich gewesen. Im Klassenzimmer, auf dem Pausenhof, auf den Gängen - bis auf einzelne Ausnahmen tauchen hier nirgends Jungen auf. Schüler sind an Mädchenschulen nicht willkommen.
Im vergangenen Schuljahr besuchten in Hessen insgesamt noch gut 4000 Schülerinnen eine Mädchenschule. Diese sogenannten monoedukativen Schulen gab es in Bensheim, Bad Homburg vor der Höhe, Fulda, Hanau-Großauheim, Königstein im Taunus und Offenbach, wie das hessische Kultusministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilt. Hinzu kam eine einzige Jungenschule im osthessischen Sinntal.
Die Marienschule für Mädchen in Fulda erklärt: "Aus Sicht der Entwicklungspsychologie sind Mädchen im Zeitfenster der Unter- und Mittelstufe den gleichaltrigen Jungs um ein bis zwei Jahre voraus." Mädchenklassen ermöglichten daher "einen zielgerichteteren Unterricht und den Schülerinnen einen leichteren Zugang zu den Lerninhalten".
