Fäuste und Falafel bringen Menschen zusammen
ZDF
Im Restaurant und im Boxring werden Feinde zu Freunden. Zwei Orte zeigen, wie Menschlichkeit in Krisenzeiten Grenzen überwinden kann.
Zwei Kriege beherrschen die Schlagzeilen: Gaza und Ukraine. Sprachlosigkeit und Hass prägen das Klima auch hierzulande. Doch es gibt Menschen, die sich dem nicht beugen wollen. Zwei Orte zeigen, dass das scheinbar Unmögliche doch gelingen kann: das israelisch-palästinensische Restaurant "Kanaan" in Berlin und der BoxClub 1932 Pirmasens, in dem Ukrainer und Russen gemeinsam trainieren. Im "Kanaan" arbeiten der Israeli Oz Ben David und der Palästinenser Jalil Dabit seit Jahren eng zusammen. Doch seit dem Massaker der Hamas und dem anschließenden Gaza-Krieg steht ihre Freundschaft unter enormem Druck. Oz, aufgewachsen in einer rechtsgerichteten Siedlerfamilie, und Jalil, der aus einer bekannten "Hummus-Dynastie" in Ramla stammt, ringen mit ihren Ängsten und Verletzungen. Nach dem 7. Oktober 2023 stand das Restaurant kurz vor dem Aus. Der Schock über den Angriff führte bei Oz zu radikalem Zorn: Er war überzeugt, dass Gaza niedergebrannt und die Menschen dort getötet werden müssten - und er sagte das auch gegenüber Jalil. "All diese Fragen, die mich bisher verfolgt hatten - 'Kannst du ihnen, den Arabern, wirklich vertrauen?' - wurden plötzlich zu: 'Wie konntest du nur so dumm sein, das zu glauben?'", erzählt Oz. Das Restaurant blieb mehrere Tage geschlossen. Jalil jedoch fand einen eigenen Weg, um Oz zu erreichen: Er brachte seinen damals dreijährigen Sohn Teodor zu einem der Gespräche mit. "Ich setzte ihn auf meinen Schoß, und er sagte: 'Oh hey, wie geht's euch?'", erzählt Jalil. Oz habe die zwei nur angesehen, so Jalil. Aber er habe sehen können, dass in Oz etwas passierte.
