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Drohnenkrieg: US-Militär billigte offenbar zivile Opfer

Drohnenkrieg: US-Militär billigte offenbar zivile Opfer

DW
Sunday, December 19, 2021 12:54:07 PM UTC

Glaubt man der US-Regierung, ging es beim Drohnenkrieg im Nahen und Mittleren Osten vor allem um "Präzisionsschläge" gegen Dschihadisten. Laut "New York Times" wurden dagegen systematisch zivile Opfer in Kauf genommen.

Eine Reihe vertraulicher Regierungsdokumente mit mehr als 1300 Berichten über zivile Opfer widerlege die Darstellung der Regierung über "Präzionsschläge", schreibt die "New York Times" (Samstagausgabe). Was demnach wirklich geschah, klingt fast wie das Gegenteil.

"Der amerikanische Luftkrieg war geprägt von mangelhafter Aufklärung, übereilten und ungenauen Raketenabschüssen und dem Tod tausender Zivilisten, darunter viele Kinder", berichtet die Zeitung. Die Transparenzversprechen aus der Zeit von Barack Obama, der als erster US-Präsident Drohnenangriffe bevorzugte, um das Leben von US-Soldaten zu schonen, seien durch "Undurchsichtigkeit und Straffreiheit" ersetzt worden. "Nicht ein einziger Bericht kam zu dem Schluss, dass ein Fehlverhalten vorlag".

Die US-Armee hat zugegeben, dass sie seit 2014 bei Luftangriffen in Syrien und im Irak versehentlich 1417 Zivilisten getötet hat. In Afghanistan liegt die offizielle Zahl bei 188 seit 2018 getöteten Zivilisten. Den Recherchen der Zeitung zufolge sind die vom Pentagon zugegebenen Zahlen aber "deutlich untertrieben".

Demnach lagen die US-Streitkräfte mit ihren Einschätzungen über Ziele von Luftangriffen häufig daneben. Menschen, die zu einem bombardierten Ort liefen, wurden als Kämpfer der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) und nicht als Helfer gesehen. "Einfache Motorradfahrer" wurden als "in Formation" fahrend identifiziert, was als "Zeichen" eines bevorstehenden Angriffs interpretiert wurde.

Den Pentagon-Dokumenten zufolge machten Fehlidentifizierungen nur vier Prozent der Fälle mit zivilen Opfern aus. Die von der "New York Times" durchgeführte Feldstudie zeigte jedoch, dass es in 17 Prozent der untersuchten Vorfälle Fehler gab und fast ein Drittel der zivilen Toten und Verletzten auf diese zurückging.

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